Familiäre Herkunft bei Berufsstart wichtiger als Abschluss

Die familiäre Herkunft spielt beim ersten Job von Uni-Absolventen einer Studie zufolge eine größere Rolle als die Noten. «Beim Berufseinstieg ist Leistung noch nicht so sichtbar, zugleich zählen Auslandsaufenthalte und Praktika, die sozial selektiv sind, sowie das Netzwerk der Eltern. Junge Akademikerinnen und Akademiker, deren Eltern über wenige Ressourcen verfügen, haben daher eher Probleme beim Jobstart», erläuterte Fabian Kratz von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München am Dienstag.

Kindern aus Familien mit hoher Bildung verhelfe ihre Herkunft zu einem «Happy Start», wohingegen Absolventinnen und Absolventen aus bildungsfernen Familien diesen Nachteil erst mit zunehmender Berufserfahrung wettmachen könnten, hieß es. «Die Untersuchung bestätigt, dass in Deutschland Lebenschancen vererbt werden: Bildungschancen der Kinder hängen stark von ihrer familiären Herkunft ab.»

Von hohen elterlichen Ressourcen profitierten auch Kinder, die selbst nur einen niedrigen Bildungsabschluss erreichen, weil diese den Makel im Laufe ihres Berufslebens oft ausglichen. Schaffen hingegen Kinder aus bildungsarmen Haushalten keinen höheren Abschluss als ihre Eltern, würden sie das auch später nicht mehr aufholen.