Trachtler mit Trommeln gehen beim Start des Münchner Oktoberfests über die Theresienwiese., © Felix Hörhager/dpa/Symbolbild

Farbenfroh: Trachtler und Schützen ziehen zur Wiesn

Spielmannszüge, Brauereigespanne, Prachtkutschen – und Regen: Bei nasskaltem Wetter sind am Sonntag in München rund 9000 Schützen und Trachtler in farbenprächtigen historischen Gewändern zum Oktoberfest gezogen. Mit dabei waren Gruppen aus verschiedenen Regionen Deutschlands und aus dem Ausland, darunter weit angereist auch aus den USA und aus Kanada. Die Gäste in den Kutschen hatten Regenschirme dabei – bei mancher Tracht bewährte sich die zugehörige Kopfbedeckung vom Zylinder bis zur Riegelhaube. Trotz des miesen Wetters verfolgten Zehntausende an den Straßen den Umzug.

Das «Münchner Kindl», verkörpert von der 29-jährigen Viktoria Ostler als lebende Wappenfigur der Landeshauptstadt, führte reitend den Zug an. Auch Legenden-Gestalten wie der Schmied von Kochel und die Bräurosl waren dabei. Nach der Brauertochter, die ihre abendliche Maß Bier hoch zu Ross getrunken haben soll, ist ein Wiesnzelt benannt.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fuhren mit ihren Ehefrauen in Ehrenkutschen mit. Reiter hatte am Vortag das Volksfest eröffnet und mit Söder auf eine friedliche Wiesn angestoßen. Ebenfalls in Kutschen saßen Innenminister Joachim Herrmann, Wiesnchef Clemens Baumgärtner (beide CSU) und die grüne Wiesn-Stadträtin Anja Berger.

Schäffler erinnerten an die Fassmacher, die im 16. Jahrhundert nach der Pest auf die Straße gingen und tanzend die Menschen aufmunterten. Dieses Jahr hatten die Schäffler mit außerplanmäßigen Tänzen die Rückkehr ins Leben trotz Corona-Pandemie eingeläutet.

Moriskentänzer zeigten ihre Akrobatik, dabei war auch das Münchner Marionettentheater, das auf der Oidn Wiesn zu sehen ist. Gebirgsschützen zogen ebenso mit wie die Münchner Stadtwache. Mit sieben Kilometern Länge ist es einer der weltgrößten Trachtenumzüge.