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Feuerwehreinsatz bei Hitze ist wie im Skianzug joggen gehen

Würzburg (dpa/lby) – Wenn Feuerwehrleute in diesen Tagen zum Einsatz gerufen werden, müssen sie sich auf höhere Temperaturen einstellen als es der Beruf ohnehin schon nötig macht. «Stellen Sie sich vor, Sie ziehen bei dem Wetter einen Skianzug an und gehen joggen», sagte Florian Fastner von der Würzburger Berufsfeuerwehr dazu. Allein die Hose habe drei bis vier Lagen. Sie sei also entsprechend dick und auch schwer. Hinzu kommen Beil, Atemschutz, Gurt und der Rest der Sicherheitskleidung. Die Montur eines Feuerwehrmannes sei damit etwa 30 bis 40 Kilogramm schwer. «Da schwitzen Sie einfach schnell», sagte der Sprecher weiter.

Grundsätzlich würden alle Kollegen bei dem Hitzewetter angehalten, über den gesamten Tag hinweg genügend zu trinken. «Und wir haben in allen Fahrzeugen – ob Berufs- oder Freiwillige Feuerwehr – genügend Getränke dabei», so Fastner. Außerdem achtet der Einsatzleiter am Brandort darauf, dass das Personal wenn möglich früher ausgetauscht wird. «Gerade bei Atemschutzeinsätzen ist das so.» Üblicherweise wird ein Feuerwehrmann dann nach 30 Minuten abgelöst. Bei der derzeitigen Gluthitze werde oft schon eher für Ersatz gesorgt. Zudem ist es bei Flächenbränden auch möglich, dünnere Schutzkleidung zu tragen, «um die Leute etwas zu entlasten».

Eine Statistik, ob die Rekordhitze zu mehr Kreislaufproblemen bei den Einsatzkräften führt, gibt es nicht. «Dass jemand im Einsatz umkippt, ist sehr, sehr selten», sagte Fastner. Das hänge auch damit zusammen, dass die Feuerwehrleute sich heute eher eingestehen, dass sie eine Pause brauchen. «Vor 30 Jahren war man da noch zurückhaltender, weil man eher stark sein wollte. Heute wird das in der Feuerwehr akzeptiert und respektiert.» Zu Wochenbeginn wurden in Unterfranken mehrere Feuerwehrmänner wegen Kreislaufproblemen medizinisch versorgt. Sie hatten zuvor in der Mittagshitze den Brand einer Solaranlage auf einem Dach bekämpft.

In Bayern gibt es dem Landesfeuerwehrverband zufolge fast 7600 Freiwillige Feuerwehren, sieben Berufsfeuerwehren, 161 Werkfeuerwehren und 58 Betriebsfeuerwehren.