Franzose Laurent Hilaire übernimmt Bayerisches Staatsballett

Der Franzose Laurent Hilaire ist neuer Direktor des Bayerischen Staatsballetts. Der 59-Jährige folgt auf den Russen Igor Zelensky, der seinen Posten Anfang April niedergelegt hatte, aus familiären Gründen, wie es hieß. Hilaire stehe für das traditionelle, klassische Ballett ebenso wie für das zeitgenössische, sagte Kunstminister Markus Blume (CSU) am Donnerstag in München. Hilaire war bis vor kurzem noch künstlerischer Direktor des Stanislawski-Balletts in Moskau. Drei Tage nach der Invasion Russlands in die Ukraine kündigte er jedoch.

Es sei ihm unmöglich gewesen, weiter in Russland zu bleiben, sagte Hilaire der Deutschen Presse-Agentur. Die politische Situation hätte sich nicht mit seinem Konzept von Demokratie und Freiheit vertragen. «Das Wort „Krieg“ war nicht erlaubt», begründete Hilaire. «Ich habe die Kompanie verlasen, ohne einen Plan für die Zukunft zu haben.»

Über den Abschied Zelenskys wurde viel gemutmaßt. Anders als Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski, ebenfalls Russe, hatte sich Zelensky zumindest öffentlich nicht vom russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem Angriff gegen die Ukraine distanziert. Nach Angaben des Staatsballetts hatte sich Zelensky nur intern gegen Krieg generell ausgesprochen.