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Freie Wähler fordern Abkehr von Söders Corona-Teststrategie

München (dpa/lby) – Die mit der CSU regierenden Freien Wähler fordern für Bayern eine neue Corona-Teststrategie und stellen sich damit direkt gegen Aussagen von Ministerpräsident Markus Söder. «Die Teststrategie in Bayern muss unverzüglich an die aktuelle Entwicklung angepasst werden. Die bisherige Strategie der Jedermann-Tests droht zu Test-Engpässen zu führen und verursacht hohe Kosten», sagte Generalsekretärin Susann Enders am Freitag. Sie verwies dabei auf einen entsprechenden Beschluss des Landesvorstands der Freien Wähler von Donnerstagabend, den auch Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger mitträgt.

Noch in dieser Woche hatte Söder erklärt, an der bisherigen Strategie mit Tests auch für Menschen ohne jegliche Krankheitssymptome festhalten zu wollen: «Wir werden in Bayern auf jeden Fall die kostenlosen Tests fortsetzen», sagte er am Montag in München.

Die Freien Wähler, die in der Sitzung des Kabinetts am Dienstag, in der es auch um die Teststrategie ging, den Kurs der CSU noch mitgetragen haben, sehen dies nun anders: «Ärzte und Labore sind maximal ausgelastet», sagte Enders. Um eine weitere Belastung der Kommunen und Mediziner zu verhindern, müsse die Strategie schnell angepasst werden. Zwischen CSU und Freien Wählern hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Streit über die Corona-Politik der Staatsregierung gegeben.

Aiwanger geht in der Mitteilung der Freien Wähler nicht direkt auf die Kritik an der Teststrategie ein. Stattdessen verwies er auf die zunehmende Spaltung der öffentlichen Meinung zur Corona-Lage und stellte fest, dass sich die Freien Wähler stets für «zielführende und verhältnismäßige Maßnahmen» eingesetzt hätten. «Wir müssen die Menschen noch mehr mitnehmen bei politischen Abwägungen, um bei der Krisenbewältigung erfolgreich zu sein. Nur wenn die Bürger die Entscheidungen nachvollziehen können, machen sie bei der Umsetzung aktiv mit, anstatt sich frustriert zurückzuziehen.»