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Frösche, Kröten und Molche auf Wanderung

Ochsenfurt (dpa/lby) – Die milden Temperaturen wecken auch bei Fröschen, Kröten und Molchen Frühlingsgefühle: Die Amphibien gehen auf Wanderschaft. Sie folgen ihrem Fortpflanzungsinstinkt und hüpfen oder kriechen zu Tausenden von ihrem Winterquartier hin zu Tümpeln, Bächen, Weihern, um sich zu paaren und Laich abzulegen. Die meisten Kröten und Frösche starten in der Dämmerung und wandern bis in die frühen Morgenstunden, sagte Steffen Jodl vom Bund Naturschutz (BN) in Bayern. Damit das Liebesspiel nicht endet, ehe es beginnen konnte, bitten Tierschützer, in der Nähe von Gewässern und Feuchtgebieten langsam zu fahren und besonders achtsam zu sein.

Das Überqueren von Straßen ist für die Amphibien selbst bei einer geringen Verkehrsdichte lebensgefährlich. Denn durch den Luftdruck eines schnell fahrenden Autos können Experten zufolge die inneren Organe platzen oder durch den Mund nach außen gestülpt werden, so dass die Tiere qualvoll verenden.

Tierschützer stellen daher an kritischen Straßenabschnitten Schutz-Zäune auf, an denen die Tiere entlang hüpfen oder kriechen können. An den Zäunen sind an verschiedenen Stellen Eimer eingegraben. In die plumpsen die Tiere. Die Helfer sammeln sie dann ein und setzen sie an sicherer Stelle wieder aus.

In diesem Jahr beteiligen sich in Bayern rund 6000 Ehrenamtliche an der Aktion. Dem BN zufolge ist es die größte Mitmachaktion des Naturschutzes im Freistaat. Bayernweit werden jährlich nach Angaben des BN rund 500 000 bis 700 000 Amphibien gerettet. «An manchen Straße können aber durchaus 70 Prozent der Tiere überfahren werden», sagte Jodl.

«Es heißt, dass Amphibien bis zu fünf Kilometer zu ihren Laich-Gewässern wandern», erklärte Jodl. «Eine Erdkröte wandert rund 600 Meter pro Nacht.» Die «Wandersaison» zieht sich über mehrere Wochen, je nach Witterungsverlauf.

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