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Frühere Hauptsynagoge öffnet vorübergehend für Besucher

München (dpa/lby) – 90 Jahre nach ihrer Entstehung kann von Mittwoch an die im Umbau befindliche Münchner Synagoge an der Reichenbachstraße für einige Wochen besichtigt werden. Die einstige Münchner Hauptsynagoge im Stil der Neuen Sachlichkeit war 1931 von dem Architekten Gustav Meyerstein für die meist osteuropäischen Zuwanderer geschaffen worden, wie das Jüdische Museum München mitteilte. In der Pogromnacht im November 1938 war der zwischen Isar und Gärtnerplatztheater gelegene Bau verwüstet, das Feuer jedoch wegen der benachbarten Gebäude gleich wieder gelöscht worden. Danach wurde das Anwesen zweckentfremdet, bevor es nach 1947 wieder als Synagoge geweiht wurde.

Bis 2006 war dies die Hauptsynagoge der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Gegen den folgenden Leerstand und Verfall engagiert sich seit 2013 der Verein «Synagoge Reichenbachstraße e.V.», der eine Wiederherstellung des Gebäudes im Zustand von 1931 erreichen möchte. Rachel Salamander, die den Verein mit Ron C. Jakubowicz gründete, unterstrich die Bedeutung: «Die Synagoge gehört zu den bedeutendsten Sakralbauten Münchens und ist mit ihrem Stil der neuen Sachlichkeit ein Juwel der internationalen Baugeschichte. Die Sanierung der Synagoge bewahrt der jüdischen Gemeinschaft den einzig erhaltenen Vorkriegsbau des Münchner Judentums und gibt der Stadt München und ihren Bürgern ein einzigartiges Kunstdenkmal zurück.»

Bei einem einstündigen Rundgang können sich Interessierte nun den Bau sowie eine Audio- und Filminstallation über die Bau- und Stadtteilgeschichte ansehen.

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