Der frühere NFL-Profi Kasim Edebali sieht den Football-Hype in Deutschland befeuert., © Daniel Reinhardt/dpa

Früherer NFL-Profi Edebali: Football-Hype vervielfacht sich

Das NFL-Spiel in München wird die Sportart American Football nach Meinung des ehemaligen Profis Kasim Edebali in Deutschland «auf ein neues Level» heben.

«Seattle Seahawks gegen Tampa Bay Buccaneers mit Tom Brady ist ein Kracher. Der vervielfacht den Football-Hype in Deutschland über Generationen hinweg», sagte der 33 Jahre alte Hamburger der Deutschen Presse-Agentur. «Du hast Kinder, die erstmals ein NFL-Spiel sehen. Jugendliche, die motiviert werden, den Sport auszuüben und Ältere, die noch mehr Fan werden.»

München ist am Sonntag Gastgeber der ersten NFL-Partie in Deutschland und teilt sich mit Frankfurt in den nächsten vier Jahren vier Hauptrunden-Spiele der besten Football-Liga der Welt. «Ich würde mich freuen, wenn wir künftig noch viel mehr Spiele in Deutschland haben. Die NFL-Community bei uns ist mittlerweile riesig», sagte Edebali, dessen erstes Buch «Dream Chaser» an diesem Dienstag in den Handel kommt.

Internationalisierung das große Ziel

Dass es künftig sogar eine NFL-Division mit europäischen Teams geben könnte, glaubt Edebali nicht. «Klar ist die Internationalisierung das große Ziel der NFL, und die merken auch, was hier in Europa und speziell in Deutschland los ist. Aber die Reisestrapazen wären enorm», befand der Buch-Autor und TV-Experte.

Edebali hatte vor acht Jahren den Sprung in die amerikanische National Football League geschafft und stand unter anderem bei den New Orleans Saints, Denver Broncos, Detroit Lions und Cincinnati Bengals unter Vertrag. Vor seinem Karriereende im September war der Verteidiger in seiner Hamburger Heimat für die Sea Devils aktiv.

«Sieg der deutschen Football-Community»

Für Profi Jakob Johnson ist das erste NFL-Spiel in Deutschland ein Verdienst aller in der deutschen Football-Szene. «Das ist das Zeichen, dass die NFL den deutschen Football-Fan ernst nimmt. So eine Multi-Milliarden-Firma wie die NFL macht so was nicht einfach mal so und nicht unbedacht», sagte der Stuttgarter in Diensten der Las Vegas Raiders der Deutschen Presse-Agentur. «Die stellen nicht mal einfach so ein Spiel, das die Teams viel lieber bei sich zu Hause spielen würden, fürs Ausland zur Verfügung. Da mussten viele Weichen für gestellt werden, dass das stattfinden kann.»

Die enorme Summe an NFL-Abos, die Zuschauerzahlen für die Spiele im Free-TV und die Begeisterung von Ex-Profi Björn Werner und Experte Patrick Esume, die als Moderatoren viel Grundlagenarbeit geleistet hätten, sowie die deutschen Spieler im internationalen Talente-Programm der NFL hätten alle «einen kleinen Teil dazu beigetragen», sagte Johnson: «Und am Ende des Tages ist es ein Sieg der deutschen Football-Community.»