Deutschlands Toni Kroos bedankt sich nach dem Spiel bei den Fans., © Frank Augstein/Pool AP/dpa/Archivbild

Fußballspruch des Jahres: Scholz, Kroos und Magull nominiert

Ob Gleichberechtigung, Klimawandel oder die Rückkehr ins Stadion nach Corona: Die elf Zitate für die Wahl zum Fußballspruch des Jahres 2022 haben wieder höchst unterschiedliche Themen und Absender. Nationalspieler Toni Kroos wurde dabei gleich mit zwei Sprüchen nominiert. «Du hattest 90 Minuten, dir vernünftige Fragen zu überlegen, und dann stellst du mir zwei so Scheißfragen», fuhr er beispielsweise nach dem Champions-League-Sieg mit Real Madrid den ZDF-Reporter Nils Kaben an.

Unter den Kandidaten, die die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur am Mittwoch bekanntgab, befinden sich treue Fans, zwei Trainer sowie gestandene Profis wie Lukas Hradecky von Bayer Leverkusen und Nationalspielerin Lena Oberdorf. Als Politiker hat es Bundeskanzler Olaf Scholz mit einem Tweet in die Endauswahl geschafft.

Die Vorauswahl der Zitate traf eine Jury um Kulturstaatsministerin Claudia Roth und Vorjahressieger Steffen Baumgart. Die Sprüche stehen noch bis zum 14. September auf www.fussball-kultur.org zur Wahl. Die Bekanntgabe des Siegerspruchs erfolgt bei einer Gala am 28. Oktober. Der seit 2006 vergebene Preis ist mit 5000 Euro für einen gemeinnützigen Zweck dotiert.

Die elf nominierten Sprüche:

«Choreo fällt heute aus, haben das Geld beim Aufstieg versoffen!» (Fans des SV Werder Bremen auf einem Transparent zum Pokalspiel gegen den FC Schalke 04)

«1 Minute gegen Klimawandel? Viel Spaß bei 90 min Klimaanlage in Katar» (Fans von Bayer Leverkusen mit einem Transparent zum «Aktionsspieltag Klimaschutz»)

«Ich finde es so überragend, wieder vor Zuschauern zu spielen. Man hat die Würstchen gerochen und das Bier gesehen. Das ist für mich Fußball-Romantik pur.» (Lukas Hradecky, Torhüter von Bayer Leverkusen)

«Je mehr Technik, desto besser. Weil dann kann die Technik die Technik überstimmen.» (Frank Kramer, Trainer des FC Schalke 04)

«Du hattest 90 Minuten, dir vernünftige Fragen zu überlegen, und dann stellst du mir zwei so Scheißfragen.» (Nationalspieler Toni Kroos zu ZDF-Reporter Nils Kaben, nach dem Champions-League-Sieg mit Real Madrid)

«Ed Sheeran hat etwas geschafft, was ich selten gesehen habe: Dass die Leute nach einem Event auf Schalke glücklich nach Hause gegangen sind aus dem Stadion.» (Nationalspieler Toni Kroos)

«Wir Fußballerinnen sollten ab der 2. Liga so gut verdienen, dass niemand mehr nebenbei arbeiten gehen muss.» (Nationalspielerin Lina Magull)

«Frauenfußball, Männerfußball. Es ist ein Fußball.» (Nationalspielerin Lena Oberdorf)

«Wir haben 2022. Frauen und Männer sollten gleich bezahlt werden. Das gilt auch für den Sport, besonders für Nationalmannschaften.» (Bundeskanzler Olaf Scholz via Twitter)

«Ein Fußballspiel ist kein Event. Wenn es ein Event ist, stimmt was nicht. Ich mag keine Events.» (Christian Streich, Trainer des SC Freiburg)

«Ich schäme mich tatsächlich dafür. Das, was meine Eltern in drei Jahren verdient haben, habe ich in einem Monat verdient.» (Neven Subotic, ehemaliger Fußballprofi)