Eine Schweißerin fügt Metall-Elemente durch Punktschweißen zusammen., © Markus Scholz/dpa/Symbolbild

Gas und Corona verunsichern Metall- und Elektroindustrie

Die bayerische Metall und Elektroindustrie geht «enorm verunsichert» in die kommenden Monate. «Aktuell sinkt die Produktion und der Blick auf die kommenden Monate ist mehrheitlich pessimistisch», sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände (bayme vbm) am Donnerstag in München. Für das Gesamtjahr rechnen die Verbände nun mit einem Produktionsrückgang von mindestens zwei Prozent. Anfang des Jahres gingen sie noch von einem leichten Plus aus.

In der aktueller Konjunkturumfrage der bayme vbm werden die Aussichten von den Unternehmen inzwischen negativ mit minus 15,6 Punkten bewertet. Und auch die aktuelle Lage wird längst nicht mehr so gut wie noch zu Jahresbeginn eingeschätzt. Dass sich die Situation nicht weiter verschärft habe, liege am hohen Auftragsbestand, sagte Brossardt. «Sollten aber die Beschaffungspreise weiter stark steigen und russische Gaslieferungen ausbleiben, dann dürfte sich das Bild drastisch ändern.» Ein möglicher Erdgasstopp und die Erdgasknappheit hingen «als großes Damoklesschwert über allem».

Zudem belaste eine «extreme Krankheitsquote» durch Corona. In manchen Betrieben seien ganze Produktionseinheiten krank. Zur Debatte um die Isolationspflicht für Infizierte sagte Brossardt in diesem Zusammenhang, er könne der Quarantäne durchaus etwas abgewinnen und glaube, dass das auch für die Mehrzahl der Unternehmen so sei.

Trotz aller Probleme steigt die Beschäftigung in der Branche seit einiger Zeit wieder und lag zuletzt bei 850.000 – das seien rund 8000 mehr als im April 2021.