Feuerwehr und Rettungskräfte stehen vor dem eingestürzten Haus im Bochumer Stadtteil Linden., © Markus Gayk/TNN/dpa

Eine Tote bei Explosion in Bochumer Mehrfamilienhaus

Dramatische Suche mit traurigem Ausgang: Beim Einsturz eines Hauses in Bochum ist eine Frau getötet worden. Retter fanden die Leiche nach mehrstündiger Suche in den Trümmern. Mit großer Wahrscheinlichkeit handele es sich um die 61 Jahre alte Hauseigentümerin, die vermisst worden sei, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die Identifizierung sei noch nicht abgeschlossen. Das Mehrfamilienhaus im Stadtteil Linden war am Dienstagabend wohl nach einer Explosion komplett eingestürzt.

In dem zweieinhalbstöckigen Haus waren nach Polizeiangaben drei Menschen gemeldet – neben der 61-Jährigen auch deren Ehemann und ihr Sohn. Der 35-jährige Sohn habe sich selbst aus den Trümmern retten können. Er kam mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus. Der 63 Jahre alte Vater sei nicht zu Hause gewesen.

Zahlreiche Nachbarn hatten am Dienstagabend einen lauten Knall gehört und den Notruf gewählt. Von dem Haus mitten in einem Wohngebiet blieb nur noch ein Trümmerhaufen – oben lag das von der Wucht der Explosion auseinandergerissene Dach. Die Straße war mit Steinen übersät.

Weitere Menschen würden unter den Trümmern nicht mehr vermutet, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Simon Heußen am Morgen. Rettungshunde hätten an mehreren Stellen angeschlagen. Diese Orte seien ergebnislos kontrolliert worden. Um die Trümmer zu entfernen, kamen Bagger zum Einsatz. Feuerwehr, Rettungsdienst, Rettungshundestaffeln und Technisches Hilfswerk (THW) waren bis zum späten Vormittag mit bis zu 160 Einsatzkräften an der Unglücksstelle. Der Bereich wurde großräumig abgesperrt und mit Bauzäunen gesichert.

Ermittlungen zur Unfallursache laufen noch

Die Ursache für die mutmaßliche Explosion war zunächst unklar. Das Gebäude habe nach Aussagen der Stadtwerke keinen Gasanschluss gehabt, sagte Heußen. Trotzdem sei im Kanal und in nahen Gebäuden Gas gemessen worden. Man gehe daher davon aus, dass es dort zu einem Gasaustritt gekommen sei. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen und will auch Sachverständige hinzuziehen.

Um sieben Uhr morgens hatten Mitarbeiter der Bochumer Stadtwerke eine Gasleitung abgedichtet. «Die Gaskonzentration an der Einsatzstelle hat sich bereits reduziert, somit konnten weitere Maßnahmen begonnen werden», teilte die Feuerwehr mit. Man habe insgesamt sechs Mehrfamilienhäuser evakuieren müssen, 15 Menschen waren betroffen. Sie konnten am Vormittag wieder in ihre Wohnungen zurück.

Heußen hatte die Lage zuvor in einem Video auf Twitter als dramatisch beschrieben. Für die Rettungskräfte gab es demnach zwei Gefahren: Zum einen seien die Trümmer sehr instabil gewesen, es habe weitere Einsturzgefahr bestanden. Daher habe man die Einsatzstelle zunächst nicht betreten können. Zudem sei auch während des Einsatzes noch Gas nachweisbar gewesen.