Gebirgsschützen und Marketenderinnen nehmen an einer Gedenkfeier teil., © Sven Hoppe/dpa

Gebirgsschützen beanstanden «überzogene Kritik» an Benedikt

Die bayerischen Gebirgsschützen haben manche kritischen Äußerungen über den emeritierten Papst Benedikt XVI. just nach dessen Tod als überzogen beanstandet. «Ja, ich bin irritiert, mit welchem Eifer einige einen frisch Verstorbenen, der zu den großen Persönlichkeiten des 20. und 21. Jahrhunderts gehört, mit ihrer überzogenen Kritik öffentlich herabsetzen», sagte Landeshauptmann Martin Haberfellner am Mittwoch. «Das gehört sich nicht.»

Die Gebirgsschützen – nicht nur die Institution – sondern jeder einzelne, der die Beschwernisse und die Kosten einer Reise nach Rom zur Trauerfeier aus eigenem Antrieb auf sich nehme, wolle damit seinen persönlichen Respekt und seine Anteilnahme vor aller Welt zum Ausdruck bringen, sagte Haberfellner. «Wir Gebirgsschützen haben eine gute Erinnerung an Josef Ratzinger als Kardinal, als Papst vor allem aber an einen herzlichen Menschen, der uns ein wirklicher Freund war.»

Haberfellner und drei weitere Repräsentanten der Gebirgsschützen, deren Ehrenmitglied Benedikt war, werden am Donnerstag mit der Delegation vom Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zur Trauerfeier nach Rom reisen. Rund 200 Gebirgsschützen brachen am Mittwoch in Bussen auf. Den 47 Kompanien der früheren bayerischen Armee gehören gut 12.000 Gebirgsschützen an.

Ihre Verwurzelung im christlichen Glauben zeigt sich unter anderem in ihrem höchsten Festtag, den sie im Mai zu Ehren ihrer Patronin, der Mutter Gottes, begehen. Sie waren dem früheren Pontifex stets eng verbunden. Eine Delegation hatte ihn zu seinem 95. Geburtstag im vergangenen April im Kloster Mater Ecclesiae im Vatikan besucht.