Gebirgsschützen nehmen am Patronatstag der bayerischen Gebirgsschützen teil., © Sven Hoppe/dpa/Archiv

Gebirgsschützen feiern Patronatstag mit Söder als Redner

Mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) als Festredner haben Tausende bayerische Gebirgsschützen am Sonntag bei Regenwetter in Aschau im Chiemgau ihren Patronatstag gefeiert. Erstmals seit zwei Jahren kamen sie dazu wieder in großer Besetzung zusammen, dabei waren Vertreter aus allen 47 Kompanien vom Berchtesgadener bis zum Werdenfelser Land.

2020 war der Patronatstag komplett ausgefallen, im vergangenen Jahr gab es ein Gedenken im kleinen Kreis. Auch am Sonntag lief nicht alles nach Plan: Wegen des Regens wurde die Messe im Festzelt und nicht im Freien abgehalten. Der Festzug wurde abgesagt. Im Zelt wurde aber dennoch gefeiert.

Die Gebirgsschützen betrachten die Gottesmutter Maria als Schutzpatronin und feiern den Patronatstag als höchstes Fest. Der Ministerpräsident ist der weltliche Schutzherr.

Die Geschichte der Gebirgsschützen reicht bis ins Mittelalter zurück. Die erste Erwähnung einer bürgerlichen Schützenkompanie als «Püxen Schützen zu Reichenhall» stammt aus dem Jahr 1369. In den folgenden Jahrhunderten verteidigten sie ihre Heimat gegen Angreifer, heute verstehen sie sich vor allem als Hüter eines – wenngleich wehrhaften – Brauchtums.

Die Gebirgsschützen sind bis heute bewaffnet. Bis 1870 seien sie aktiv in die Landesverteidigung eingebunden gewesen, sagte Landeshauptmann Martin Haberfellner. Heute seien die Gebirgsschützen nicht mehr für einen Verteidigungseinsatz gerüstet. Manche haben noch Vorderlader; die Standardwaffe sei ein Karabiner, der in der Regel aus ausgemusterten Beständen der Bundeswehr stamme.

Vom 13. bis 15. Mai kommen 10.000 Schützen aus Bayern, Tirol, Südtirol und Welschtirol zum überregionalen Alpenregionstreffen in St. Martin in Passeier in Südtirol zusammen. 1975 hatten sich die Schützenverbände vereinigt; sie haben ähnliche Grundsätze: Den katholischen Glauben und die Pflege des Brauchtums.