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Vermieterin getötet: Tatverdächtiger Bosnier festgenommen

München (dpa/lby) – Im Fall einer getöteten Vermieterin in München hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Es handelt sich um einen 52 Jahre alten Bosnier, der gerade erst nach Deutschland ausgeliefert und am Freitag in München dem Haftrichter vorgeführt wurde, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann am zweiten Weihnachtstag 2020 von der Frau überrascht wurde, als er in ihr Haus einbrach, und dass er sie dann mit einem schweren Gegenstand erschlug. Der stellvertretende Leiter der Mordkommission, Mathias Heidtmann, sprach von «massiver Gewalteinwirkung». Eine Untermieterin der Frau hatte die Leiche kurz nach Weihnachten in ihrem Haus im Stadtteil Obermenzing gefunden. 

«Wir gehen von einem Mord aus», sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, Anne Leiding. «Von zwei Mordmerkmalen: Habgier und Verdeckung einer anderen Straftat.»

Die Polizei hatte die 30-köpfige Sonderkommission «SOKO Mira» eingerichtet. Wie diese auf den tatverdächtigen Mann kam, könnte einem Kriminalfilm entsprungen sein: Ausgangspunkt war eine «tatrelevante DNA-Spur», die die Polizei am Tatort fand, wie Heidtmann sagte.

Bei einer internationalen Abfrage ergab sich dann ein Treffer mit einer Spur, die nach einem Gewaltverbrechen in Kroatien vor 15 Jahren aufgenommen, aber niemandem zugeordnet worden war. In den Akten zu diesem Gewaltverbrechen tauchte dann auch noch der Name eines Mannes auf, der mit einem Untermieter der getöteten Frau verwandt war.

Um was für ein Gewaltverbrechen es sich in Kroatien handelte, wollten die Ermittler nicht sagen. Allerdings gebe es darüber hinaus noch Hinweise darauf, dass der Verdächtige in einige weitere Straftaten verwickelt sein könnte. So werde er «in Verbindung gebracht mit dem größten Raubüberfall in Bosnien-Herzegowina».

Im Fall der getöteten 66-Jährigen wurde bereits am 10. Februar dieses Jahres Haftbefehl erlassen, wie Leiding sagte. Knapp zwei Monate später, am 1. April, sei er dann an der Grenze zwischen Bosnien-Herzegowina und Serbien festgenommen worden und in Auslieferungshaft gekommen. Erst an diesem Donnerstag sei er dann nach Deutschland ausgeliefert worden. Nach Angaben Heidtmanns schwieg er zunächst zu den Vorwürfen.

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