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Greise Mutter auf Demenzstation abgeschoben: Sohn verurteilt

München (dpa) – Wegen Abschiebung der greisen Mutter auf eine tschechische Demenzstation hat das Münchner Amtsgericht Sohn und Schwiegertochter wegen Freiheitsberaubung zu Bewährungsstrafen verurteilt. Das Ehepaar hatte die mittlerweile 92 Jahre alte Dame Anfang 2019 in der geschlossenen Abteilung des Seniorenheims untergebracht – nach Überzeugung des Gerichts ohne Not und außerdem ohne richterliche Genehmigung. Anschließend hatte das Ehepaar die mütterliche Wohnung übernommen, obwohl die behandelnden Ärzte eine ambulante Betreuung der Mutter in deren eigener Wohnung empfohlen hatten. Der 67 Jahre alte Sohn und seine 56 Jahre alte Frau wurden zu je eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, wie das Gericht am Freitag mitteilte. Das Urteil erging schon im Juli und ist mittlerweile rechtskräftig.

Die Ehefrau war als vorläufige Betreuerin ihrer Schwiegermutter eingesetzt. Der Fall war aufgeflogen, als eine mit dem Betreuungsverfahren befasste Behördenmitarbeiterin sich der Sache annahm und die verwahrloste und gesundheitlich angeschlagene alte Dame schließlich ein halbes Jahr später in dem Heim ausfindig machte und befreite. Die alte Frau hatte dort vergeblich auf ihren Sohn gewartet, der ihr versprochen hatte, sie nach seinem Urlaub abzuholen.

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