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Günther legt CSU personelle Konsequenzen nahe

Berlin (dpa) – Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat der CSU nach ihrem Fiasko bei der Bayern-Wahl personelle Konsequenzen nahegelegt. «Ohne die wird es vermutlich kaum funktionieren. Allerdings halte ich wenig davon, jetzt Einzelne verantwortlich zu machen», sagte der Christdemokrat der «Welt». «Die CSU-Führung hat in vergangenen Jahren in Gänze Fehler gemacht: (Parteichef) Horst Seehofer, (Ministerpräsident) Markus Söder, (Landesgruppenchef) Alexander Dobrindt – da darf man niemanden ausnehmen.»

In den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte er auf die Frage nach einer Mitverantwortung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrer Migrationspolitik: «Das ist ein rein hausgemachtes CSU-Ergebnis.» Alle drei Koalitionsparteien in Berlin müssten die richtigen Schlüsse aus dem Wahlergebnis ziehen. «Es kann nicht darum gehen, dass jeder Partner sich überwiegend darauf konzentriert, sich auf Kosten des jeweils anderen zu profilieren. Das mag vor 30 Jahren richtig gewesen sein. Heute interessieren sich die Leute nicht mehr dafür, wer was durchgesetzt hat. Sie wollen schlicht und ergreifend gut regiert werden.»

Die CSU hatte bei der Wahl am Sonntag ihre absolute Mehrheit verloren und ist nun auf einen Koalitionspartner angewiesen. Die SPD hat das schlechteste Ergebnis eingefahren, das sie je bei einer Landtagswahl erreicht hat.