Bettina Stark-Watzinger, Bundesministerin für Bildung und Forschung, spricht., © Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild

Gut 27.500 Schüler aus der Ukraine an bayerischen Schulen

Gut ein halbes Jahr nach Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine sind etwa 27.500 ukrainische Schüler an bayerischen Schulen angemeldet. Damit ist Bayern das Bundesland mit den zweitmeisten Schülern aus der Ukraine nach Nordrhein-Westfalen, wie aus Zahlen der Kultusministerkonferenz (KMK) vom Dienstag hervorgeht. Wenn in der übernächsten Woche die Sommerferien enden, könnte die Zahl noch einmal steigen – das bayerische Kultusministerium rechnet mit rund 30.000 Schülern aus der Ukraine.

Wegen der Sommerferien sind die aus Bayern gemeldeten Zahlen seit mehreren Wochen unverändert. Auch Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) rechnet für den Beginn des neuen Schuljahrs mit einem Anstieg. Mancherorts sei die Schulpflicht vor den Sommerferien noch nicht so streng durchgesetzt und Kinder zunächst noch über digitale Kanäle aus der Ukraine unterrichtet worden.

Der zu erwartende Anstieg könnte die Schulen vor Herausforderungen stellen. Um auch die ukrainischen Klassenkameraden zu unterrichten, seien kurzfristig 1620 «Vollzeitkapazitäten» geschaffen worden, teilte ein Sprecher des bayerischen Kultusministeriums mit – das bedeutet: neue Stellen, Aushilfslehrer oder Anpassung von Teilzeitarbeit. Der Lehrermarkt sei aber bundesweit «angespannt». Darum müssten möglicherweise «Wahl- und Neigungsangebote» eingeschränkt werden. Zum vergangenen Schuljahr sind den Angaben zufolge mehr als 4600 Lehrkräfte eingestellt worden, 1000 von ihnen auf neu geschaffenen Planstellen.