Die Fußball-Nationalspielerin Giulia Gwinn., © Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Gwinn: Gleiche Voraussetzungen für alle schaffen

Fußball-Nationalspielerin Giulia Gwinn spürt durch den erfolgreichen Auftritt der DFB-Auswahl bei der vergangenen Europameisterschaft in England Veränderungen im Alltag. So werde sie öfter auf der Straße erkannt, sagte die 23-Jährige von Bayern München in einem Interview der «Welt am Sonntag».

Gwinn forderte, den Rückenwind für die Bundesliga auszunutzen. Hinter den Topclubs wie dem FC Bayern, dem VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt gebe es Clubs, die ihr Bestes versuchten, aber finanziell limitiert seien. «Das ist sehr schade. So kommt es, dass in der Liga dann nicht immer der attraktive Fußball gespielt wird, wie ihn die Nationalmannschaft bei der EM geboten hat», erklärte Gwinn.

Die Außenverteidigerin nannte als Ziel gleiche Voraussetzungen für alle Spielerinnen. «Dass alle gute Trainingsbedingungen haben und die Trainingszeiten nicht zu sehr an die Arbeitszeiten angepasst werden müssen», sagte Gwinn. Verantwortung und Aufgabe der Spielerinnen sei es, mit guten Leistungen weiter Werbung machen. Aufgabe des Deutschen Fußball-Bundes, der Liga und der Vereine sei, die Vermarktung anzukurbeln. Die Bundesliga startet am kommenden Freitag mit der Partie zwischen Frankfurt und Bayern München in die neue Saison.

Nach dem Erreichen des EM-Finales soll es aus Gwinns Sicht bei der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Australien und Neuseeland noch einen Schritt weiter gehen. «Wieder Zweiter werden ist nicht das Ziel, diesmal wollen wir einen Titel gewinnen», sagte sie.

Einen Wechsel ins Ausland schloss Gwinn für sich zumindest vorläufig aus. Sie sei sehr glücklich in München und sehe sich in der Verantwortung, die Bundesliga noch attraktiver zu machen.