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Handwerk wegen Konjunkturentwicklung in Sorge

München (dpa/lby) – Trübe Aussichten für das Handwerk in Oberbayern: Nach einer Umfrage der Handwerkskammer in München erwarten 46 Prozent der Betriebe im neuen Jahr stagnierende und 39 Prozent sinkende Umsätze. Nur noch 13 Prozent wollten mehr Mitarbeiter beschäftigen oder in Gebäude und Maschinen investieren. Viele Betriebe hätten schon Umsatz eingebüßt und Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. «Dementsprechend skeptisch blicken die oberbayerischen Betriebe auf das kommende Jahr», sagte Handwerkspräsident Franz Xaver Peteranderl am Dienstag.

Auf die Frage nach den größten Herausforderungen «rangiert die überbordende Bürokratie weiterhin unangefochten an der Spitze», teilte die Handwerkskammer mit. Immer neue Regularien und Dokumentationspflichten ließen ältere Inhaber ans Aufhören denken und schreckten potenzielle Nachfolger ab. «Erstmals seit langer Zeit bereitet aber auch die unsichere Konjunktur- und Nachfrageentwicklung den Betrieben Kopfzerbrechen. Es zeichnet sich eine spürbare Verschärfung der Konkurrenzsituation ab.» Peteranderl forderte von der Politik «eine klare Perspektive, wann der Lockdown endet».

Die Corona-Krise habe den Bedarf an qualifiziertem Personal vorübergehend schrumpfen lassen. 48 Prozent der Betriebe hätten noch offene Stellen, bei 52 Prozent seien jetzt alle Stellen besetzt. Um nach der Krise Fachkräfte zu bekommen, setzt die Hälfte der Betriebe auf finanzielle Anreize und eigene Ausbildung, ein Drittel auf Überstunden und Fortbildung, ein Viertel will ältere Mitarbeiter länger im Betrieb halten. Nur noch 15 Prozent rechnen mit Unterstützung durch Fachkräfte aus dem Ausland.