Eine Pflegefachkraft legt in der ambulanten Pflege einen Kompressionsverband an., © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Heimkostensteigen binnen sechs Monaten um zwei Prozent

Der Eigenanteil von Pflegebedürftigen in einem Heim ist im ersten Halbjahr 2022 in Bayern im Schnitt um 2 bis 2,7 Prozent gestiegen. Dies geht aus einer Auswertung des Verbands der Ersatzkassen hervor. Demnach müssen die Pflegeheimbewohner seit 1. Juli zwischen 1457 und 2182 Euro selbst aufbringen, am 1. Januar betrug diese Spanne noch 1429 bis 2125 Euro.

Bei diesen Beträgen handelt es sich um Durchschnittspreise, die davon abhängig sind, wie lange die Bewohner bereits in einem Heim sind. Denn seit Anfang 2022 zahlen die Pflegekassen den Versicherten einen Zuschuss zu den reinen Pflegekosten, der im Lauf der Jahre steigt.

Bewohner und Bewohnerinnen, die weniger als ein Jahr im Heim leben, erhalten 5 Prozent der selbst zu zahlenden pflegebedingten Aufwendungen erstattet. Dieser Zuschuss steigt auf 70 Prozent bei den Männern und Frauen, die bereits seit drei Jahren im Heim sind.

Den Betrag bekommen alle Versicherten, bei denen mindestens der Pflegegrad zwei festgestellt wurde. Die Pflegebedürftigkeit eines Patienten wird mit insgesamt fünf Stufen unterschieden. Je höher der Pflegegrad, desto intensiver und teurer ist die Pflege. Zusätzlich zu den Pflegekosten müssen die Bewohner auch noch die Unterkunft und die Verpflegung an die Heime zahlen.

Die Heimkosten in Bayern liegen nach den Zahlen der Ersatzkassen in Bayern etwas unter dem Bundesdurchschnitt. Deutlich teurer ist die Heimpflege in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, wo die Menschen im ersten Jahr 2555 und 2540 Euro zahlen müssen – im Vergleich zu 2182 Euro in Bayern.