Bruno Jonas eröffnet das Erstes Humorsymposium in der Aula der LMU., © Peter Kneffel/dpa

Humor-Symposium behandelt die Grenzen der Spaßgesellschaft

Wie viel Humor braucht oder verkraftet eine Gesellschaft, die als gespalten wahrgenommen wird? Unter anderem mit solchen Fragen beschäftigt sich der neu gegründete «Zentralrat des deutschen Humors» bei einer Veranstaltung am Freitag und Samstag in München. Dabei gehe es auch um Grundsatzfragen und was noch gesagt werden könne, wenn Ironie nicht erwünscht sei oder nicht verstanden werde, sagte der Germanistik-Professor Friedrich Vollhardt, der die Veranstaltung mit Kabarettist Bruno Jonas eröffnete.

Viele Bemerkungen seien heutzutage beleidigend und «ätzend», sagte Jonas – die Menschen lachten aber dennoch. Er sehe seine Aufgabe darin, Pointen anzubieten. Das Bloßstellen und Enthüllen seien Hauptaufgaben von Satire. Diese solle nicht aufklären, sondern durch eine Verzerrung der Wirklichkeit Menschen unterhalten. Dafür müsse man jedoch gesellschaftliche Zusammenhänge erkennen können. Humor brauche es für Satire also nicht – sondern Kompetenz. Das Lachen sei dabei nur ein Nebeneffekt, sagte der 69-Jährige.

Mit Humor würden unangenehme Gefühle wie Ärger und Schmerz oder auch bestimmte gesellschaftliche Situationen jedoch erträglich. Jonas betonte jedoch: «Satire darf nicht alles.» Dies zeige der Blick auf die zahlreichen Strafverfahren, die wegen dieser Kunstform geführt würden.

Bei dem Symposium treffen Künstler und Theoretiker aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen aufeinander. Weitere Teilnehmer der zweitägigen Veranstaltung sind unter anderen der Kabarettist Gerhard Polt, Regisseur Leander Haußmann und Martin Sonneborn (Die Partei). Die Veranstaltung soll künftig jedes Jahr im Herbst stattfinden – im nächsten Jahr vom 13. bis 15. Oktober.