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IG Metall will Staatshilfe für Batteriezellenfabrik

München (dpa/lby) – Die IG Metall fordert Subventionen in Milliardenhöhe für eine Batteriezellenfabrik für Elektroautos in Bayern. Die Autoindustrie mit 400 000 Arbeitsplätzen im Freistaat dürfe nicht von Batteriezellen aus Asien abhängig werden, hieß es. «Die Staatsregierung soll Geld in die Hand nehmen, um ein Konsortium zustande zu bringen, das die Zelle nicht nur erforscht, sondern auch fertigt», sagte der bayerische IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler der Deutschen Presse-Agentur. «Das wird sich auszahlen.».

BMW und Audi bauen die Batterien für ihre E-Autos selbst, kaufen aber die Zellen dafür bei Chemiekonzernen in Asien. Der Autozulieferer Bosch hat Pläne für den 20 Milliarden Euro teuren Aufbau einer eigenen Zellenproduktion soeben ad acta gelegt. Daimler hatte eine eigene Zellenfabrik in Sachsen 2015 geschlossen. Wechsler sagte: «Die Lösung werden Konsortien sein.» Für ein Unternehmen allein sei das Investitionsrisiko zu groß.

Beim Elektroauto ist nicht mehr der Motor, sondern die Batterie das wichtigste und teuerste Bauteil. Wechsler sagte, Deutschland habe seine Batterieproduktion auch aus Umweltschutzgründen «vom Hof gejagt». Eine Zellenfabrik schaffe zwar auch nur wenige tausend Arbeitsplätze. Aber bei dieser Kerntechnologie dürfe sich die deutsche Autoindustrie nicht völlig von einigen großen Lieferanten in Südkorea und China abhängig machen. Die Staatsregierung müsse jetzt eingreifen, damit Bayern ein starkes Industrieland bleibe. «Wenn frühere Staatsregierungen alles nur der Marktwirtschaft überlassen hätten, wäre Bayern immer noch ein Agrarland», sagte der Gewerkschaftschef, der dem BMW-Aufsichtsrat angehört.

Der niedersächsische Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil (SPD) hatte am Montag auf der Hannover Messe gesagt, Bund und EU müssten für niedrige Strompreise sorgen, wenn die stromintensive Zellfertigung in Deutschland angesiedelt werden solle.