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Imam entsetzt über Anschläge in Österreich und Frankreich

Penzberg (dpa/lby) – Der muslimische Geistliche Benjamin Idriz hat die Terror-Attacke in Wien wie auch die jüngsten Anschläge in Frankreich scharf verurteilt. «Weil wir Muslime sind, sind wir entsetzt über die Verbrechen, die im Namen unserer Religion in Frankreich und Österreich begangen werden, verurteilen entschieden alle abscheulichen Taten, und betrachten all das dezidiert als ebenso unislamisch wie unmenschlich», schrieb der über seine islamische Gemeinde im oberbayerischen Penzberg hinaus bekannte Imam am Dienstag in einer Mitteilung.

«Wir Muslime sind zutiefst traurig über diese Ereignisse und solidarisieren uns mit den Opfern und den Hinterbliebenen», schrieb Idriz. «Wir leiden unter den aktuellen Nachrichten ja nicht weniger als andere, sondern mehr, weil es unsere Religion ist, die dabei so unbeschreiblich pervertiert wird.»

Der Vorsitzende des Münchner Forums für Islam rief Muslime und Nicht-Muslime auf, die Stimme «noch lauter zu erheben gegen Hass und Gewalt». Es gelte, dem Missbrauch der Religion durch Einzelne und durch extremistische Strömungen entgegenzutreten. Der Koran verurteile das Töten Unschuldiger in der entschiedensten Formulierung, die denkbar sei. «Wer ein menschliches Wesen tötet, oder auf der Erde Unheil gestiftet (hat), so ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte», zitierte Idriz den Koran.

Bei der nach Behördenangaben islamistisch motivierten Terrorattacke in Wien waren am Montagabend mindestens vier Passanten getötet worden. Mehr als ein Dutzend Menschen sind in teils lebensbedrohlichem Zustand in den Kliniken.