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Immobilienpreise schießen weiter in die Höhe

München (dpa/lby) – Das Ende des langjährigen Wirtschaftsbooms in Bayern hat den rasanten Anstieg der Immobilienpreise in vielen Regionen bislang nicht gestoppt. «Die Preisspirale bewegt sich in Bayern unermüdlich nach oben», sagte der Marktforscher Stephan Kippes des Immobilienverbands Süd am Dienstag in München. Baugrundstücke sind demnach im landesweiten Schnitt inzwischen 6,1 Prozent teurer als im Frühjahr, Einfamilienhäuser um 5,8 Prozent.

Einzige Ausnahme ist demnach Ingolstadt, wo die Preise gesunken sind. Der Immobilienverband führt das auf eine Kombination aus der Krise in der Autoindustrie, die Audi hart getroffen hat, und den Anstrengungen der Stadtverwaltung im Wohnungsbau zurück. Mehr oder minder kräftige Anstiege gab es in Augsburg, Nürnberg, Regensburg, Würzburg und anderen Städten. In München mit seinen extrem hohen Preisen hat sich der Anstieg etwas verlangsamt.

Im Zehn-Jahres-Vergleich haben sich die Immobilienpreise im bayernweiten Schnitt laut IVD Süd mittlerweile verdoppelt. Baugrundstücke für Einfamilienhäuser sind mittlerweile sogar fast zweieinhalb mal so teuer wie 2009.

Immobilienexperte Kippes hatte noch eine weitere unerfreuliche Nachricht für Kaufinteressenten: Mehr als ausgeglichen wurde die Preisspirale in den vergangenen Jahren vielerorts durch die niedrigen Zinsen, so dass der Erwerb des eigenen Heims im Langzeitvergleich seit 1995 sogar günstiger wurde – jedenfalls wenn man die stark gestiegenen Einkommen berücksichtigt. Der «Gipfel der Erschwinglichkeit» im bayernweiten Schnitt war nach Kippes‘ Analyse 2018 erreicht.

Inzwischen haben die Preise jedoch ein so hohes Niveau erreicht, dass der Immobilienkauf 2019 weniger erschwinglich geworden ist. Für München galt die Faustregel ohnehin nicht, da die Immobilienpreise in der Landeshauptstadt besonders rasant zulegten.