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Internationale Studie erforscht seltene blaue Blüten

Bayreuth (dpa/lby) – Veilchen, Iris oder Enzian: Eine internationale Studie untersucht die Seltenheit blauer Blüten. Nur sieben Prozent aller Blüten weltweit werden vom menschlichen Auge als blau wahrgenommen, so das Ergebnis eines Forscherteams der Universität Bayreuth in Kooperation mit Wissenschaftlern aus Australien, Brasilien, Nepal, Norwegen und den USA.

Die blauen Blüten werden vor allem von Insekten oder Bienen bestäubt, heißt es in einer Mitteilung der Universität. Die Tiere würden die Farben dabei anders wahrnehmen als Menschen, die vor allem auf rotes, grünes und blaues Licht reagieren. Bienen beispielsweise seien für Farbmuster aus dem ultravioletten Bereich empfänglich. «Sie werden von blauen Blüten besonders stark angezogen», erklärte die Bayreuther Ökologin Anke Jentsch.

Trotzdem entwickelten nur wenige Pflanzen Blüten in der Farbe. Die Produktion eines blauen Blütenfarbstoffs sei sehr aufwendig, so das Ergebnis der Studie, die im Fachjournal «Frontiers in Plant Science» veröffentlicht wurde. Diesen hohen Aufwand würden nur Arten betreiben, die sich beispielsweise in den Alpen in einem harten Wettbewerb um Bestäuber durchsetzen müssen. Für Blütenpflanzen in artenreichen Wiesen sei die Farbe ein Alleinstellungsmerkmal, das Bestäuber aus großer Entfernung anlocke.

Die Wissenschaftler warnen, dass der Lebensraum für blaue Blüten schwindet. «Es gibt zahlreiche Indizien dafür, dass die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen, der Einsatz von Kunstdünger, häufiges Mähen und eine intensive Weidewirtschaft zu Lasten artenreicher Vegetationen geht», erklärte Justyna Giejsztowt, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Bayreuth. «So besteht die Gefahr, dass blaue Blumen fast gänzlich aus dem Landschaftsbild verschwinden.»

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