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Jennerbahn am Start: barrierefrei und mit mehr Kapazität

Schönau am Königssee (dpa/lby) – Barrierefrei und mit der dreifachen Kapazität von früher geht die neue Jennerbahn in Schönau am Königssee an den Start. Nach gut einjähriger Bauzeit fährt die Bahn am Samstag erstmals mit Fahrgästen bis zur Mittelstation auf rund 1200 Metern. Das 47 Millionen Euro teure Projekt umfasst auch die Neugestaltung der Tal-, Mittel- und Bergstation mit Geschäften, Sonnenterrassen und Gastronomie. Die zweite Etappe bis zur Bergstation auf rund 1800 Metern soll im nächsten Sommer eröffnen. Der Bau hatte zeitweise eingestellt werden müssen, weil der Bund Naturschutz einen Baustopp erwirkt hatte. Grund war unter anderem die Brut der Birkhühner.

Die Bahn aus dem Jahr 1953 mit ihren Zweiergondeln hatte Nostalgiker fasziniert. Eine Sanierung kam aber nicht in Betracht. «Es wäre wirtschaftlich schlicht nicht sinnvoll gewesen, die alte Bahn zu sanieren», erläuterte im Frühjahr Michael Emberger, Vorstand der Berchtesgadener Bergbahn. «Hinzu kommt, dass die Ansprüche an die Infrastruktur heute ganz andere sind als vor 65 Jahren.»

Der Neubau bietet mehr Service, etwa Depots für Skier oder andere Ausrüstung. Für behinderte Fahrgäste gibt es Rampen und Aufzüge sowie eine eigene Zustiegsspur für Monoskifahrer. Zehn Fahrgäste können in den neuen Gondeln mitfahren, und sie können Sportgerät mitnehmen: Mountainbikes ebenso wie – in einer Spezialkabine – Drachenflieger.

Die neue Bahn hat nur noch 19 statt bisher 43 Seilstützen und soll die Gäste schneller ans Ziel bringen. Sie sei auch umweltfreundlicher als ihre Vorgängerin, hieß es. Unter anderem verfüge sie über ein Antriebssystem ohne Öl, daher auch ohne Altöl. Nachhaltigkeit gehe hier auch mit Wirtschaftlichkeit einher, sagte Emberger.