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Jugendring kritisiert Testpflicht für Kinder im ÖPNV

München (dpa/lby) – Der Bayerische Jugendring hat die Regelung, dass ungeimpfte und nicht-genesene Schüler in den Ferien einen Corona-Test für die öffentlichen Verkehrsmittel brauchen, kritisiert. Die Änderung treffe junge Menschen besonders hart und schließe sie von vielen Freizeitmöglichkeiten aus, sagte Sprecher Patrick Wolf am Dienstag. «Gerade Kinder und Jugendliche sind ohne Führerschein in ihrem Alltag auf die Nutzung des ÖPNV angewiesen.» Die Einschränkung verhindere die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, «dadurch werden junge Menschen wieder einmal massiv beschränkt und unverhältnismäßig benachteiligt».

Im kürzlich geänderten Infektionsschutzgesetz ist vorgesehen, dass Schüler nur außerhalb der Ferienzeit von der sogenannten 3G-Regel im öffentlichen Personenverkehr – also Zugang nur für Geimpfte, Genesene und Getestete – ausgenommen sind. Das bayerische Gesundheitsministerium hatte erklärt, Bayern habe auf die Ausgestaltung des Gesetzes keinen Einfluss gehabt. Kinder unter sechs Jahren benötigen wie bisher keinen 3G-Nachweis in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Vor allem auf dem Land sei völlig unklar, wie junge Menschen eigenständig zu Teststationen kommen können, kritisierte der Jugendring. «Es stellt sich zwangsläufig die Frage, wie (…) Kinder und Jugendlichen zu einem Testergebnis kommen sollen, wenn sie den ÖPNV nicht nutzen dürfen und die Möglichkeit, mit dem Privat-PKW gefahren zu werden, nicht besteht.» Kinder könnten auch bis zu den Ferien noch gar nicht vollständig geimpft sein, da die Impfung noch nicht sehr lange empfohlen wird und sich bereits Engpässe zeigten. Bei Minderjährigen sei außerdem der Impfstatus im Wesentlichen von der Einstellung der Eltern abhängig.

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