© Frank Rumpenhorst

Kardinal Marx würde gern Kirche der Zukunft sehen

Fulda (dpa) – Deutschlands oberster Katholik Reinhard Marx würde gerne den Zustand der Kirche in ferner Zukunft betrachten können. Der Münchner Kardinal und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sagte beim Eröffnungsgottesdienst der Herbstvollversammlung: «Sicherlich wäre es schön, eine Zeitreise zu machen, in die Vergangenheit und in die Zukunft. Ich würde gerne 1000 Jahre in die Zukunft reisen und schauen, wo die Kirche steht. Auch wäre es schön, in die Vergangenheit zu reisen, um einen Moment in der Zeit Jesu zu leben. Dann würden wir Zeugen dessen, was Jesus verkündigt hat. Dann könnten wir ihn erleben, wie er aufgebrochen ist, um neue Wege zu gehen», sagte der Erzbischof von München und Freising am Dienstag im Fuldaer Dom.

Kardinal Marx erinnerte daran, dass der Auftrag der Kirche sei, sich immer wieder auf den Anfang zurückzubesinnen, aber nicht in falsch verstandener Nostalgie. Die Botschaft Jesu fordere auf, stets neu zu beginnen. «Es gibt keine goldene Zeit der Vergangenheit oder eine Zeit, wo einfach alles besser war. Die Forderung Jesu lautet: Jetzt ist die Stunde, jetzt ist die Zeit, heute wird getan oder auch vertan worauf es ankommt.»

Die Bischöfe wollen bei ihrem Treffen Reformen auf den Weg bringen und die Weichen stellen für den sogenannten Synodalen Weg, der am 1. Dezember 2019 beginnen soll. Dabei geht es um den Umgang der Kirche mit Macht, die kirchliche Sexualmoral, die umstrittene Ehelosigkeit von Priestern (Zölibat) und die Position von Frauen in der Kirche.