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«Keine heiße Spur» von verschwundener Elfjähriger und Eltern

Holzheim (dpa/lby) – Von dem Mitte Oktober in Schwaben verschwundenen elfjährigen Mädchen aus einer Pflegefamilie fehlt weiter jede Spur. «Aktuell suchen wir immer noch», sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. «Eine heiße Spur hat sich bisher nicht ergeben.» Auch nach den leiblichen Eltern des Kindes suchen die Ermittler demnach weiter.

Die Eltern sollen der umstrittenen Sekte «Zwölf Stämme» nahestehen. Die Polizei geht Hinweisen nach, wonach die beiden ihre Tochter mitgenommen haben könnten. Eine entsprechende E-Mail aus dem Umfeld der «Zwölf Stämme» an die Pflegeeltern des Kindes hatten die Ermittler zunächst als glaubwürdig eingestuft.

Das Kind war Mitte Oktober beim Joggen in Holzheim im Landkreis Dillingen verschwunden und nicht mehr nach Hause zu ihren Pflegeeltern zurückgekehrt. Das Mädchen lebte seit acht Jahren in der Pflegefamilie, nachdem es damals von den Behörden zusammen mit zahlreichen weiteren Kindern wegen Prügelvorwürfen gegen die Sekte aus der Gemeinschaft der «Zwölf Stämme» geholt wurde.

Die Sekte betrachtet die Züchtigung von Kindern als angemessene Erziehungsmethode. Nach Sorgerechtsstreitigkeiten mit Jugendämtern um insgesamt 40 Kinder im Jahr 2013 hatten die «Zwölf Stämme» ihre Gemeinschaft in Nordschwaben aufgelöst und waren nach Tschechien ausgewandert. «Was wir dort bisher an Anlaufstellen kennen, haben wir überprüft», sagte ein Polizeisprecher. «Aber wir geben deswegen nicht auf.»

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