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Klaus Lemke wird 80: «Erneuerung durch Verausgabung»

München (dpa) – Filmemacher Klaus Lemke gibt auch kurz vor seinem 80. Geburtstag (13.10.) Gas. Sein Motto: «Erneuerung durch Verausgabung», sagte er der Deutschen Presse-Agentur mit dem ihm eigenen Humor. Ihm gehe es wie Berlin, das «sich täglich von einer Katastrophe in die nächstgrößere rüberrettet». Mit der Corona-Krise komme er «halbwegs klar». Der Aufwand bei seinen Dreharbeiten ist überschaubar. «Weil mein ganzes Filmequipment leicht in eine Reisetasche passt, die als Handgepäck durchgeht.» Der Kameramann mache auch den Ton und als Darsteller suche er sich ein paar Leute von der Straße. «Alles wie immer», sagte er.

Lemke, zu dessen Entdeckungen TV-Stars wie Wolfgang Fierek und Cleo Kretschmer gehören, richtet mit seinen Arbeiten seit den 60er Jahren den Blick auf soziale Schwachstellen. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen «Brandstifter» (1969), «Rocker» (1972) und «Teenagerliebe» (1975). Für «Schmutziger Süden» erhielt er 2010 den Münchner Filmpreis. 2014 widmete ihm das Münchner Filmfest eine eigene Reihe.

Das ZDF zeigt in der Nacht zum 13. Oktober (01.40 Uhr) «Sylvie» aus dem Jahr 1973. Im WDR sind am 15. Oktober ab 23.30 Uhr vier Filme zu sehen: «Ein Callgirl für Geister» (2020), «Sweethearts» (1977), «Amore» (1978) und «Der Allerletzte» (1979).