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Klosterbrauerei Andechs erweitert: aber nicht mehr Bier

Andechs (dpa/lby) – Nach gut einjähriger Bauzeit ist ein Erweiterungsbau der traditionsreichen Klosterbrauerei Andechs eröffnet worden. Für zwölf Millionen Euro entstanden eine moderne Flaschen-Füllerei und eine neue Lagerhalle. Mehr Bier wird es zwar nicht geben. Es wird aber laut Klosterbrauerei umweltfreundlicher und effizienter abgefüllt.

Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) würdigte bei einem Festakt am Montag Kloster und Brauerei als «einzigartiges Aushängeschild unserer Heimat». Vor vielen Festgästen sagte er laut Mitteilung: «Kloster Andechs ist Bayern pur.» Der Neubau an Bayerns Heiligem Berg ist Abt Johannes Eckert zufolge die größte Einzelinvestition der Andechser Benediktiner in die klostereigene Brauerei seit dem vollständigen Neubau vor rund 35 Jahren.

Die neue Flaschen-Füllerei ersetzt eine Anlage aus dem Jahr 1991. Sie hat mit bis zu 24 000 Flaschen pro Stunde zwar keine höhere Kapazität als die bisherige. Sie soll aber umweltverträglicher arbeiten und weniger Energie, Wasser und Reinigungsmittel brauchen. Dämmstoffe reduzieren zudem den Lärmpegel, Lüftungsanlagen und Filter sorgen für bessere Luft. Für das Leergut entstand eine eigene Lagerhalle.

Erst im April war der rundum renovierte historische Klostergasthof Andechs mit den neuen Pächtern Manfred Heissig und Ralf Sanktjohanser eröffnet worden. Erstmals seit Jahrzehnten wird das Bier seitdem wieder am angestammten Platz der alten Schänke schräg gegenüber dem Eingang ausgeschenkt, an dem es bis in die 1950er gezapft wurde.

Hunderttausende pilgern jedes Jahr zum Kloster Andechs – nicht nur als Wallfahrer, sondern vor allem wegen des Klosterbieres. Das im Landkreis Starnberg gelegene Kloster ist seit 1850 Wirtschaftsgut der Münchner Benediktinerabtei Sankt Bonifaz und soll – gemäß dem von König Ludwig I. verfügten Stiftungszweck – die Mittel für die Abtei sicherstellen. Die Erlöse auch der Klosterbrauerei ermöglichen der Abtei unter anderem ihre Arbeit für Obdachlose.