Der Fürther Trainer Marc Schneider., © Daniel Löb/dpa/Archivbild

«Lieber 4:3 als 1:0»: Absteiger Fürth will Fans unterhalten

Ein Fußball-Spektakel beim Debüt? Fürths neuer Trainer Marc Schneider hätte da nichts gegen einzuwenden. «Da bin ich sehr hin- und hergerissen. Vom Naturell lieber 4:3 als 1:0, denn am Schluss sind wir in der Unterhaltungsbranche zu Hause und wissen, wir müssen den Zuschauern auch etwas bieten», sagte der neue Coach des Bundesliga-Absteigers auf die Frage, ob ihm ein 4:3 oder ein 1:0 ohne Defensivschwäche lieber sei. Sicher würden ein Trainer oder auch ein Torwart einen Sieg ohne Gegentor gerne mögen, aber als «Fußballfan» sei ihm ein 4:3 lieber, gestand er am Donnerstag.

Die XXL-Vorbereitung, die die SpVgg Greuther Fürth besonders früh bereits Anfang Juni aufnahm, endet am Samstag (13.00 Uhr) mit dem Zweitliga-Heimspiel gegen Holstein Kiel. «Da ist eigentlich im Moment nur Vorfreude», sagte Schneider. «Nach sechs Wochen Vorbereitung sind wir alle heiß auf den Start.» Nur zuschauen können dabei die Langzeitverletzten Gideon Jung, Marco Meyerhöfer, Afimico Pululu und Robin Kehr.

Der Nachfolger von Stefan Leitl – dieser will Hannover 96 wieder auf Kurs bringen – steht vor seinem ersten Pflichtspiel im deutschen Profifußball. Er werde sicher auch «Nervosität» und «Kribbeln» vor dem Spiel spüren, sagte der 41-jährige Schneider, der zuletzt bei Waasland-Beveren in Belgien arbeitete.

Personell hat sich einiges bei den Franken verändert. Wie nach dem Aufstieg vor einem Jahr verließen auch nach dem Abstieg eine Reihe gestandener Spieler wie Paul Seguin (Union Berlin), Maximilian Bauer (FC Augsburg) oder Havard Nielsen (Hannover 96) den Verein. Kapitän Branimir Hrgota ist noch an Bord, doch die Transferperiode ist aber auch noch lang. Schneider will den 29-Jährigen überzeugen, dass dieser weiter für das Kleeblatt-Team aufläuft.

Schneider, einst in Thun Co-Trainer von Union-Berlin-Coach Urs Fischer, will «offensiven, attraktiven, intensiven Fußball» spielen lassen. Dass er seinen spannenden jungen Neuverpflichtungen wie Ex-Weltmeistersohn Lucien Littbarski (19), den Ex-Münchner Armindo Sieb (19), Oualid Mhamdi (19) oder Sidney Raebiger (17) Zeit zur Entwicklung geben muss, betonte er vor dem Saisonstart.

«Wir haben ja eine gewisse Achse an erfahrenen Spielern», sagte Schneider. Nur mit dem immer wieder gehörten «Hype jung, jung, jung, jung, jung» gehe es alleine auch nicht. «Wenn ein bisschen Gegenwind kommt, bist du froh, wenn du daneben einen hast, der dir was zeigt und dir hilft», sagte der neue Coach. Eine Prognose zur Saisonplatzierung ist nach dem erneuten Umbau des Kaders schwer zu treffen – aber ausgeschlossen sind Topplätze keineswegs.

Die Ergebnisse in der Vorbereitung, in der etwa ein 4:1 gegen den bulgarischen Vizemeister ZSKA Sofia glückte, stimmen die Verantwortlichen jedenfalls zufrieden. «Wir haben sehr ansprechende Resultate abgeliefert», sagte Manager Rachid Azzouzi.