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Mehr illegale Einreisen in den ersten zehn Monaten 2021

München (dpa/lby) – Im zweiten Jahr der Corona-Pandemie verzeichnet die Polizei im Freistaat deutlich mehr Fälle illegaler Migration: Mit 12.400 unerlaubten Einreisen zwischen Januar und Oktober registrierte die Bundespolizei nach eigenen Angaben bayernweit einen Anstieg um knapp 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als etwa 11.000 Menschen gezählt wurden. Die fünf häufigsten Herkunftsländer waren den Angaben nach Syrien, Afghanistan, Türkei, Irak und Albanien.

Im gesamten Jahr 2020 hatte es laut Bundespolizei-Bilanz 13.400 unerlaubte Einreisen gegeben, etwas weniger als 2019 mit 14.500 Fällen. Einem Sprecher zufolge gab es 2020 im Frühjahr während des ersten Lockdowns samt Grenzschließungen einen sehr starken Rückgang, während die Zahlen danach aber umso mehr gestiegen seien.

Die meisten illegalen Einreisen 2021 fanden über die Grenze zu Österreich statt. Laut Landespolizei kamen zwischen Januar und September 2021 alleine entlang der Südgrenze rund 8000 Menschen unerlaubt ins Land, während es im selben Zeitraum an der Ostgrenze Richtung Tschechien 1600 Personen waren.

Bei der Schleuserkriminalität allgemein gab es laut Landespolizei bis September einen Zuwachs von 45 Prozent, speziell bei banden- und gewerbsmäßigen Schleusungen von 80 Prozent. Bei den sogenannten Behältnisschleusungen – also Schleusungen beispielsweise versteckt in einem Lastwagen – zählten die Beamten einen Anstieg um 190 Prozent. Die Polizei verweist darauf, dass nicht jede unerlaubte Einreise mit einer Schleusung gleichzusetzen ist.

Ein Sprecher der Landespolizei begründete die höheren Zahlen mit den vermehrten Kontrollen wegen der Einreisevorschriften im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Dabei würden auch unerlaubte Einreisen festgestellt.

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