Ein Pfeil weist den Weg zur Notaufnahme eines Krankenhauses., © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Mehr Patienten mit Corona in Krankenhäusern als bei Delta

In bayerische Krankenhäuser kommen derzeit mehr Patienten mit Corona als auf dem Höhepunkt der letzten größeren Infektionswellen. Sogar der Wert vom Höhepunkt der Delta-Welle wird übertroffen, wie aus Daten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hervorgeht. Stand Montag lag die Zahl der Hospitalisierungen binnen sieben Tagen bei 1356. Das sind gut 100 mehr als auf dem Delta-Höhepunkt. Am Samstag hatte der Wert mit 1494 sogar noch höher gelegen – übers Wochenende sinkt er häufig.

Hauptsächlich geht es dabei allerdings um Patienten auf Normalstationen. Die Zahl der Fälle auf Intensivstationen steigt zwar derzeit steil an, mit laut Intensivregister 262 (Stand Montag) liegt sie aber noch weit unter den mehr als 1000 auf dem Höhepunkt der Delta-Welle, während der die Intensivstationen in Bayern überlastet waren.

Im bayerischen Gesundheitsministerium beobachtet man die Entwicklung: Der Anstieg binde auch auf den Normalstationen verstärkt Personal. «Überdies kommt es beim Klinikpersonal laut Rückmeldungen aus der Praxis aktuell zu erheblichen krankheits- und isolationsbedingten Ausfällen, deren Intensität in jüngster Vergangenheit zugenommen hat.»

Zudem warnt das Ministerium auch allgemein: «Omikron ist zwar weniger gefährlich als Delta, aber trotzdem sterben nach wie vor Menschen an oder mit Corona. Deswegen ist die Lage nicht zu unterschätzen und die Vorsicht gerade mit Blick auf den Herbst weiterhin geboten.»

Zudem zeige die «aktuell sehr angespannte Situation in den bayerischen Krankenhäusern», dass die Bundesregierung «die Vorbereitungen auf eine mögliche neue Corona-Welle im Herbst dringend beschleunigen» müsse.

Ob die in der Statistik gezählten Patienten nur mit oder wegen Corona ins Krankenhaus kommen, lässt sich allerdings nicht trennscharf beantworten, wie das Gesundheitsministerium erklärt. Meldepflichtig sei «jede Hospitalisierung in Bezug auf COVID-19». Das bedeute, dass es einen Zusammenhang gebe, nicht aber, dass sicher sei, dass Corona auch die Ursache für die Einlieferung sei. Sei allerdings klar, dass die Ursache eine andere ist – beispielsweise wenn ein Patient wegen eines Verkehrsunfalls aufgenommen und positiv getestet werde – sei die nicht meldepflichtig.

«Die aktuellen Zahlen zeigen, dass dies leider kein Sommer der Sorglosigkeit ist», heißt es aus dem Ministerium. «Wir appellieren daher an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger. Impfen und die bekannten AHA+L-Regeln – also Abstand, Hygiene, Maske und Lüften – helfen weiterhin dabei, sich und andere vor einer Ansteckung zu schützen.» Zudem sollten Menschen ohne Impfung oder erste Auffrischungsimpfung diese «zeitnah nachholen».