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Mit Modelprojekt «Brommi» Insektensterben verhindern

Eberswalde (dpa) – Wie kann Insektenschutz besser funktionieren? Das untersucht die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) in Brandenburg gemeinsam mit weiteren Partnern anhand von fünf Biosphärenreservaten in ganz Deutschland, die als Modelllandschaften fungieren. Das Projekt stellte der WWF Deutschland am Donnerstag in einer Online-Veranstaltung vor.

Zu dem von der Umweltschutzorganisation gestarteten Verbundprojekt «Brommi – Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz» gehören die Reservate Schwarzwald, Schorfheide-Chorin, Mittelelbe, Bayerische Rhön und Schaalsee, in denen in den kommenden fünf Jahren Lebensbedingungen für Insekten verbessert werden sollen. Dabei arbeiten die Reservate mit Landwirten und weiteren Partnern zusammen. Die Ergebnisse sollen dann helfen, für Insekten überall bessere Lebensbedingungen zu schaffen.

Gefördert wird das Projekt vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz. Fast 70 Prozent der Tierarten seien Insekten, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bei der Online-Vorstellung des Projektes. Volksbegehren zum Insektenschutz in mehreren Bundesländern hätten gezeigt, dass sich viele um das Insektensterben sorgten.

Die HNEE übernimmt die Begleitforschung und auf den Flächen das Monitoring, also welche Insekten sich erholt haben und welche mehr geworden sind. «Es gibt viele Untersuchungen zum Insektensterben, die Ursachen ermitteln und insektenfördernde Maßnahmen gerade im landwirtschaftlichen Bereich vorgeschlagen haben», so Andreas Linde, Zoologe und wissenschaftlicher Leiter des HNEE-Teilprojektes. Zu den Vorschlägen, die in den Reservaten erprobt werden sollen, zählen unter anderem, den Ökolandbau zu fördern, Grünstreifen anzulegen und Lichtverschmutzung zu reduzieren. Nachtaktive Insekten werden durch Straßenbeleuchtung gestört, wie Projektleiter Peter Weißhuhn sagte. Das könne man reduzieren.

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