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Mönch muss wegen Kirchenasyl vor Gericht

Schwarzach am Main (dpa/lby) – Weil die Benediktinerabtei Münsterschwarzach einem Flüchtling Kirchenasyl gewährt hat, muss sich ein Mönch vor Gericht verantworten. Die Flüchtlingsarbeit wurde von dem betroffenen Mönch koordiniert, wie eine Sprecherin des katholischen Ordens am Freitag bestätigte. Zuvor berichtete die «Süddeutsche Zeitung».

Die Benediktinerabtei hatte im August 2020 einen im Gazastreifen geborenen Flüchtling aufgenommen. Nach dem Dublin-Verfahren sollte der junge Mann nach Rumänien zurück, sagte der Rechtsanwalt des Mönchs. Dort habe er die Europäische Union zum ersten Mal betreten und sich registriert.

Der Vorwurf laute auf «Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt ohne erforderliche Aufenthaltstitel». Zum Gerichtsverfahren kommt es laut «Süddeutscher Zeitung», da die zuständige Richterin einen von der Staatsanwaltschaft ausgestellten Strafbefehl nicht unterschrieben hatte.

Die Verhandlung ist für den 26. April vor dem Amtsgericht Kitzingen angesetzt. Ob tatsächlich an diesem Tag mündlich verhandelt wird, steht noch nicht fest, da die Mönchsgemeinschaft laut Sprecherin aufgrund positiver Corona-Fälle derzeit in Quarantäne ist.

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