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München hat am wenigsten Platz für Neubauten

Fürth (dpa/lby) – In München bleibt kaum noch Platz für Neubauten. Knapp drei Viertel der 310 Quadratkilometer großen Landeshauptstadt sind «Siedlungs- und Verkehrsfläche», wie das Statistische Landesamt in Fürth mitteilte. Damit ist der Anteil der bebauten Fläche in München der höchste unter den größten deutschen Städten. In Berlin sind es 70 Prozent, in Hamburg knapp 60.

Allerdings hat nicht nur Hamburg mit seinem Hafen, sondern auch Berlin größere Wasserflächen als München. Mit 310 Quadratkilometern ist München für eine Millionenstadt ohnehin eher klein. Hamburg etwa ist mit 755 Quadratkilometern mehr als doppelt so geräumig.

Sozial orientierte Münchner Wohnungsunternehmen fänden auf dem freien Markt seit Jahren keine Grundstücke für den Bau bezahlbarer Mietwohnungen mehr, sagte Hans Maier, der Direktor des Verbands der bayerischen Wohnungswirtschaft. «Wenn die Miete hinten passen soll, ist das einfach nicht wirtschaftlich.» Dem VdW gehören 493 Wohnungsunternehmen an, darunter 357 Genossenschaften und 103 kommunale Unternehmen.

Auch Köln, Frankfurt und Stuttgart liegen unter dem Münchner Wert, wie aus dem Deutschlandatlas der Statistikbehörden hervorgeht. In Bayern an zweiter Stelle folgt Nürnberg mit 61,5 Prozent.

Siedlungs- und Verkehrsfläche ist nicht gleichbedeutend mit Beton und Asphalt, dazu zählen unter anderem auch Grünanlagen am Straßenrand. In München ist Baulandmangel seit Jahren großes Thema. Im Großraum um die Landeshauptstadt herum allerdings wäre durchaus genügend Platz für neue Wohnungen, wie Regionalplaner seit Jahren sagen. Denn in den umliegenden Landkreisen beträgt der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche nur rund ein Fünftel oder weniger.

VdW-Direktor Maier nannte den Schritt ins Umland deshalb eine interessante Option. «Erste Projekte im Westen von München gibt es bereits», sagte Maier. «In der Praxis ist es aber auch im Umland schwer, an kostengünstiges Bauland zu kommen.»

Bayern insgesamt ist weniger dicht besiedelt als im bundesweiten Schnitt – 12,1 Prozent der gut 70.500 Quadratkilometer des Freistaats sind Siedlungs- und Verkehrsfläche. Auch der Anteil von Feldern, Weiden und Wiesen ist unterdurchschnittlich, dafür gibt es überdurchschnittlich viel Wald. Über ein Drittel Bayerns (35,3 Prozent) ist bewaldet. Spitzenreiter ist der niederbayerische Landkreis Regen im Bayerischen Wald mit einem Anteil von fast zwei Drittel.

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