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NSU-Ausschuss bekommt Info zu Kiesewetter-Mord

Stuttgart (dpa/lsw) – Der NSU-Untersuchungsausschuss im Landtag hat sich erneut mit der Ermordung der Polizistin Michèle Kiesewetter befasst. Eine als Zeugin geladene Anwältin hat am Montag in Stuttgart nach langem Zögern in nicht-öffentlicher Sitzung doch den Namen ihrer eigenen Kontaktperson genannt. Diese soll ihr im Jahr 2009 erklärt haben, es sei am 25. April 2007 auf der Theresienwiese in Heilbronn um ein Waffengeschäft gegangen. Damit wird die These befeuert, Kiesewetter könnte bei diesem Geschäft dazwischengeraten sein. Wie der Ausschuss jetzt weiter vorgeht, war zunächst offen.

Die Anwältin bekräftigte, nach Angaben ihrer Kontaktperson sei am Tag der Ermordung Kiesewetters ein Türke in Heilbronn gewesen, der für den türkischen Geheimdienst MIT und für den US-Geheimdienst CIA gearbeitet haben soll. Die 48-Jährige erklärte, sie selbst habe daraus geschlossen, dass es sich bei dem Türken um Mevlüt K. gehandelt habe. Er soll der islamistischen Sauerlandgruppe Zünder geliefert haben.

Die Anwältin verteidigte früher vor Gericht ein Mitglied der Sauerlandgruppe, die Terroranschläge in Deutschland verüben wollte. Sie hatte sich als Zeugin beim NSU-Ausschuss gemeldet, aber lange geweigert, den Namen der Kontaktperson zu nennen, weil sie um deren Leben fürchtete. Daraufhin hatte der Ausschuss ein Ordnungsgeld gegen die Anwältin verhängt und mit Beugehaft gedroht, falls sie die Aussage weiter verweigert.

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass die Rechtsterroristen des «Nationalsozialistischen Untergrundes» (NSU) für zehn Morde zwischen 2000 und 2007 verantwortlich sind, auch an der Polizistin Kiesewetter im Jahr 2007. Sowohl amerikanische als auch deutsche Behörden hatten wiederholt beteuert, es habe am 25. April 2007 keinen Einsatz gegen Islamisten in Heilbronn gegeben.