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Trainer-Rot beim Nürnberger Fehlstart: «Kein Rückschritt»

Heidenheim (dpa/lby) – Der Fehlstart des 1. FC Nürnberg ins neue Jahr brachte den Kapitän nicht aus der Ruhe. «Wir wissen unsere Leistungen schon gut einzuschätzen. Wir sind bei Siegen nicht durchgedreht und werden das auch nach einer Niederlage nicht tun», sagte Verteidiger Enrico Valentini nach dem 0:2 (0:1) beim 1. FC Heidenheim. Der «Club» verpasste damit den insgeheim erhofften Schritt in Richtung Aufstiegsplätze der 2. Fußball-Bundesliga.

Zu allem Ärger über den misslungenen sportlichen Auftakt nach der Winterpause sah Trainer Robert Klauß in der Schlussphase die Rote Karte. Aus Frust über den verpassten Anschlusstreffer nach einer hitzig diskutierten Schiedsrichter-Entscheidung trat er eine Wasserflasche weg. Kurz zuvor war der vermeintliche Anschlusstreffer von Adam Zrelak wegen einer Abseitsstellung von Manuel Schäffler nicht gegeben worden.

«Grundsätzlich haben wir als Trainer eine Vorbildfunktion, der bin ich dort nicht gerecht geworden. Ich muss mich da schon im Griff haben», räumte der 36-jährige Klauß ein. «Ich glaube aber, dass man mit etwas Fingerspitzengefühl in so einer hitzigen Schlussphase das Ganze auch hätte anders lösen können.» Beim nächsten Heimspiel gegen den Hamburger SV ist Klauß damit gesperrt.

Denis Thomalla (45.+1 Minute) und Patrick Mainka (76.) sorgten mit ihren Toren für den Sieg der Heidenheimer, die im eigenen Stadion seit 15 Monaten ohne Niederlage sind. «Hier war was möglich, deswegen ärgern wir uns auch sehr», kommentierte Klauß. Ihn wurmten die «vermeidbaren» Gegentore.

Nürnberg war gut in die Partie gestartet und hatte schon in der zehnten Minute die erste Torchance durch Robin Hack, der mit seinem Schuss an FCH-Torhüter Kevin Müller scheiterte. «Insgesamt haben wir uns ein paar unnötige Ballverluste zu viel geleistet, vorne die Dinger nicht reingemacht und hinten zweimal nicht so gut verteidigt. Dann verlierst du so ein Spiel am Ende», haderte U21-Nationalspieler Hack. Nur ein Tor glückte den Franken in den vergangenen drei Spielen.

«Wir müssen unsere Chancen nutzen, dann gewinnen wir hier auch oder spielen zumindest unentschieden», resümierte Klauß. Insgesamt boten beide kompakt agierenden Teams eine intensive Partie. Die Heidenheimer benötigten daher eine starke Einzelaktion, um die Club-Defensive in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zu überwinden. «Gerade im Thema Boxverteidigung waren wir heute nicht gut», sagte Klauß.

Eine Woche haben die Franken Zeit, sich für das große Traditionsduell gegen Aufstiegsanwärter Hamburger SV zu rüsten. Dort sollte tunlichst ein Heimsieg her, um den Rückstand ans obere Tabellendrittel nicht zu groß werden zu lassen. «Ergebnistechnisch war es in Heidenheim nicht gut, aber das Spiel war ordentlich. Es war kein Rückschritt», betonte Klauß.