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Nürnberg will 365-Euro-Ticket für Schüler und Azubis

Nürnberg (dpa/lby) – Was für Schüler und Auszubildende schon von nächstem Schuljahr an Wirklichkeit werden soll, rückt für Erwachsene vorerst in weite Ferne: Das 365-Euro-Jahresticket für den Öffentlichen Personennahverkehr. Im Verkehrsverbund des Großraums Nürnberg (VGN) soll das Ticket vom nächsten Schuljahr an gelten, kündigten Ministerpräsident Markus Söder sowie Fürths Landrat Matthias Dießl (beide CSU) und Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) am Montag in Nürnberg an.

Der weitaus größere Wurf, ein 365-Euro-Ticket für Erwachsene scheitert dagegen derzeit an den Kosten. «Generell ist das ein Langfristziel und das bleibt es», sagte Söder. Es handele sich um «einen großen Batzen Geld», der dafür notwendig sei. Bayern warte derzeit auf Vorschläge des Bundes zu einer möglichen Förderung.

Das vor allem zum Erreichen von Klimaschutzzielen politisch erwünschte 365-Euro-Jahresticket wird gegenwärtig an mehreren Stellen in Deutschland erprobt. Im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg können seit kurzer Zeit Auszubildende für 365 Euro pro Jahr alle Busse und Bahnen nutzen.

An der Einführung des Jugendtickets im Raum Nürnberg, dem mit jährlich rund 300 Millionen Passagieren zweitgrößten bayerischen Nahverkehrsverbund nach dem Münchner MVV, werde sich der Freistaat mit 30 Millionen Euro beteiligen.

Insgesamt werden für den Verkehrsverbund Mindereinnahmen in Höhe von 43 Millionen Euro erwartet. Den verbleibenden Rest von 13 Millionen Euro teilen sich die Stadt Nürnberg und die weiteren beteiligten Kommunen. Die Gremien des Verkehrsverbundes müssen am 10. Oktober noch zustimmen. Jahrestickets für Schüler und Auszubildende sind im Verkehrsverbund Nürnberg bisher zum Teil deutlich teurer. Oberbürgermeister Maly hofft, dass Schüler damit an den ÖPNV herangeführt werden und dann auch als Erwachsene dessen Vorzüge schätzen.

Der bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) lobte den Schritt. «Es ist ein gutes Signal, dass ein großer Verbund wie der VGN von unserem Förderkonzept überzeugt ist und rund 360 000 Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende davon profitieren werden.» Weitere Verkehrsverbünde könnten jetzt dem Beispiel folgen.

Der Freistaat werde sich zusätzlich an einem Innovationspaket für den Verkehrsverbund mit maximal 12,8 Millionen Euro beteiligen, sagte Söder. Damit soll zum Teil eine Aussetzung von Tariferhöhungen für ein Jahr finanziert werden. Zum anderen sollen damit digitale Projekte vorangetrieben werden, etwa eine Bestpreis-Technik, die automatisch den günstigsten Fahrtarif für die Nutzer abrechnet.