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Nürnberger Christkindlesmarkt eröffnet

Nürnberg (dpa/lby) – Start in den Advent: Der weltberühmte Nürnberger Christkindlesmarkt ist am Freitag eröffnet worden. Tausende Besucher trotzten dem Regen und lauschten am frühen Abend dem Prolog des Christkinds auf der Empore der Frauenkirche. Die 18-jährige Rebecca Ammon sprach die Eröffnungsworte – ein mehrstrophiges Weihnachtsgedicht – heuer zum zweiten und damit letzten Mal. Mehr als zwei Millionen Besucher aus aller Welt zieht der Markt jedes Jahr an.

Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist zusammen mit dem Dresdner Striezelmarkt einer der ältesten Weihnachtsmärkte in Deutschland. Für Gestaltung und Sortiment der Buden auf dem erstmals 1628 schriftlich erwähnten Markt gelten strenge Regeln: Sie machen nach Überzeugung der Stadt das besondere Flair aus. Charakteristisch für die mehr als 180 Buden des «Städtleins aus Holz und Tuch» sind die rot-weißen Stoffdächer. Als Schmuck ist nur echtes Tannengrün erlaubt. An den Ständen gibt es unter anderem Nürnberger Bratwürste, Lebkuchen, Rauschgoldengel und «Zwetschgenmännle» – kleine Figuren aus Dörrobst.

Für Sicherheit sorgen sollen heuer mobile Christbäume, die – anstelle von Betonpollern – kleinere Zufahrtswege blockieren. Die Altstadt ist an vielen Stellen sehr verwinkelt, so dass man hier nach Angaben des Bürgermeisteramtes kaum mit hoher Geschwindigkeit auf den Markt zufahren kann. Wo dies möglich sei, stelle die Polizei wieder große Fahrzeuge in den Weg.

Der Prolog des Christkinds im Engelskostüm mit goldfarbener Krone und Flügeln nimmt Bezug auf das Jahr 1948, als es erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder einen Christkindlesmarkt gab. Die Rede endet mit den Worten: «Ihr Herrn und Frau’n, die ihr einst Kinder wart, seid es heut wieder, freut euch in ihrer Art. Das Christkind lädt zu seinem Markte ein, und wer da kommt, der soll willkommen sein.»