Christian Stückl (M) steht bei der ersten großen Probe mit Volk auf der Bühne., © Angelika Warmuth/dpa/Archivbild

Oberammergauer Passionsspiele zu drei Vierteln ausverkauft

Die Oberammergauer Passionsspiele sind kurz vor ihrer Premiere zu gut drei Vierteln ausverkauft. Seit Ostern ziehe die Nachfrage stark an, sagte der Geschäftsführer der Passionsspiele Oberammergau Vertriebsgesellschaft, Walter Rutz, der Deutschen Presse-Agentur. 75,5 Prozent der Karten seien vergeben.

Zwar habe es zu Beginn des Krieges in der Ukraine Absagen vor allem aus den USA gegeben. «Das konnten wir sehr gut durch den deutschen Markt kompensieren», sagt Rutz.

Die Hälfte der Karten für 2022 war zuvor schon vergeben: Die Passion 2020 wäre praktisch ausverkauft gewesen – musste aber wegen Corona abgesagt werden. Wer damals reserviert hatte, konnte umbuchen. Das nutzte ungefähr die Hälfte der Kunden. Rund 200.000 der Karten seien auf 2022 umgeschrieben worden. Die übrigen Tickets seien storniert und das Geld zurückgezahlt worden. Es gibt Einzeltickets oder Arrangements mit Übernachtung. Zu den 103 Aufführungen werden bis zu 450.000 Besucher aus aller Welt erwartet; das Passionstheater hat rund 4400 Plätze.

Für Unmut sorgt weiter der Ticketverkauf über die Plattform Viagogo. Dort werden derzeit für verschiedene Vorstellungen Tickets zu Preisen bis gut 400 Euro angeboten; die Originalpreise liegen zwischen 30 und 180 Euro. «Viagogo berechnet teilweise ein Vielfaches dieser Original-Ticketpreise», warnen die Oberammergauer auf ihre Internetseite. «Auch wenn Sie ein teures Ticket kaufen, ist es also durchaus möglich, dass Sie am Ende in der günstigsten Kategorie für 30 Euro Originalpreis sitzen.»

Die Passionsspiele hatten mit dem Tickethändler vor Gericht gestritten. Sie konnten aber Viagogo nur gerichtlich untersagen, die Tickets mit irreführenden Angaben wie etwa «ausverkauft» zu bewerben. Den Zweitverkauf an sich konnten die Oberammergauer nicht verhindern.