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Ostern: Kirchen bereiten Präsenz-Gottesdienste vor

Bamberg/München/Kulmbach (dpa/lby) – Weniger Besucher, kein Gemeindegesang, FFP2-Masken: Anders als im vergangenen Jahr wird es in Bayern heuer zwar öffentliche Gottesdienste an den Kartagen und an Ostern geben. Doch ob unter diesen Bedingungen wahre Osterfreude aufkommt? Zum Karfreitag freilich passt die Stimmung, in den katholischen Kirchen schweigen dann traditionell sowieso Orgelmusik und Glockengeläut.

Überrascht bis verärgert hatten Kirchenvertreter reagiert, als nach den jüngsten Beratungen von Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin plötzlich die Rede davon war, an Ostern auf Präsenz-Gottesdienste zu verzichten und sich auf Online-Angebote zu beschränken. Würden genau wie im Vorjahr, als im ersten Lockdown das öffentliche Leben weitgehend stillstand, die Kirchenbänke ausgerechnet an Ostern leerbleiben? Doch inzwischen ist klar: Es dürfen Gläubige in die Gotteshäuser kommen, wenn die beiden großen Kirchen an Jesu Leiden und Sterben erinnern und dann seine Auferstehung feiern.

Im Landkreis Kulmbach gehen die katholischen Gemeinden allerdings einen Sonderweg: Weil dort seit Wochen die Infektionszahlen sehr hoch sind, haben sie fast alle Gottesdienste im April abgesagt. Hans Roppelt, der leitende Pfarrer des Seelsorgebereichs Kulmbach, schrieb in einer Mitteilung: Der Inzidenzwert in Kulmbach sei sehr hoch. «Das darf uns nicht egal sein. Wir müssen alle mithelfen, dass das besser wird. Vielleicht ist unser Verzicht auf den Gottesdienst ein Beitrag dazu.» Die Entscheidung solle auch Vorbildwirkung haben. «Nicht alles, was nicht verboten ist, soll auch getan werden. Wir müssen endlich den Ernst der Lage sehen.»

In vielen Gemeinden im Freistaat müssen sich Besucher vorher für die Gottesdienste anmelden. So auch zum Beispiel im Bamberger Dom. Und wegen des Abstands von mindestens 1,5 Meter werden weit weniger Gläubige in die Kirchen kommen, als sonst an Ostern üblich. In München sind im Liebfrauendom etwa 130 Menschen zugelassen – sonst kommen dort an Weihnachten und Ostern weit mehr als 1000. Im Bamberger Dom gibt es nach Worten eines Sprechers circa 170 Plätze.

Zudem werden aus vielen Kirchen Gottesdienste gestreamt, damit Interessierte von daheim aus zuschauen können. Eine Übertragung ermögliche das Mitfeiern zu Hause, sagte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. Jeder könne entscheiden, ob er in die Kirche geht oder zu Hause die Gottesdienste verfolgt. «Das muss jeder für sich sehen.»

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer berichtete von zahlreichen Zuschriften von Gläubigen, die ihn erreicht hätten. Die Menschen wünschten sich gemeinschaftliche Gottesdienste, hieß es in einer Mitteilung des Bistums. Das Schutzkonzept des Bistums habe sich in den vergangenen zwölf Monaten bewährt.

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hatte die Präsenz-Gottesdienste an Ostern verteidigt. «Die Hygienekonzepte sind so ausgereift, dass wir das verantworten können», hatte er erklärt.

Viele evangelische Gemeinden raten ihren Mitgliedern zu einem Schnelltest vor dem Gottesdienstbesuch.

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