Blick aufs Landgericht Hof., © Matthias Merz/dpa

Polizisten angefahren: Prozess wegen versuchten Mordes

Wegen eines illegalen Autorennens und versuchten Mordes an einem Polizisten müssen sich zwei junge Männer seit Mittwoch vor dem Landgericht Hof verantworten. Auf ihrer Flucht vor einer Polizeikontrolle sollen sie im November 2021 bei Münchberg einen Beamten angefahren und lebensgefährlich verletzt haben, teilte das Landgericht mit.

Die 25 und 23 Jahre alten Männer saßen gemeinsam in einem Auto und sollen zunächst auf der Autobahn 9 bei Bayreuth vor einer Polizeikontrolle davongefahren sein. Der Fahrer habe keinen Führerschein gehabt, sei unter Einfluss von THC gestanden und mit einem gestohlenen Nummernschild gefahren, hieß es. Außerdem sei er zuvor aus einer Haftanstalt geflüchtet und habe seiner erneuten Inhaftierung entkommen wollen. 

Bei der Verfolgungsfahrt sollen die Männer nach Angaben der Polizei zeitweise auf mehr als 250 Stundenkilometer beschleunigt haben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Hof wollte der Fahrer mit der höchstmöglichen Geschwindigkeit fahren, um sich der Verkehrskontrolle zu entziehen, und habe die Gefährdung anderer billigend in Kauf genommen. Dies gelte als unerlaubtes Kraftfahrzeugrennen. Den Erkenntnissen der Ermittler zufolge hat der Beifahrer den Fahrer dazu angestiftet, vor der Polizeistreife davonzufahren.

An der Staatsstraße 2194 bei Münchberg richteten die Beamten dann eine Straßensperre ein. Beim Versuch, diese zu umfahren, rammte das Auto der Männer einen Beamten. Dieser erlitt den Angaben zufolge schwere Beinverletzungen und musste sich einer monatelangen Therapie unterziehen, um seinen Fuß zu erhalten. Er leide bis heute unter den Folgen des Vorfalls, hieß es. Die 1. Strafkammer des Landgerichts Hof hat sechs Verhandlungstage angesetzt.