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Prozess gegen zwei Deutsche nach tödlichem Motorboot-Unfall

Brescia (dpa) – In einer Juni-Nacht kollidiert ein Luxus-Motorboot auf dem Gardasee mit einem kleinen Holzboot, zwei junge Italiener sterben. Mehr als viereinhalb Monate nach dem tödlichen Unfall wird zwei Deutschen von heute an in der Stadt Brescia in der Nähe des bei Urlaubern beliebten Gardasees der Prozess gemacht.

Den Münchnern wird fahrlässige Tötung und unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Der mutmaßliche Lenker des Bootes steht in Italien unter Hausarrest und soll zum Verhandlungsauftakt im Gerichtssaal dabei sein. Der andere Deutsche wird dagegen nicht persönlich in Brescia erwartet.

Die beiden Männer sollen in dem Motorboot am 19. Juni kurz vor Mitternacht mit viel zu hoher Geschwindigkeit über den See gerast sein. Auf Aufnahmen einer Überwachungskamera, die im italienischen Fernsehen gezeigt wurden, war zu sehen, wie das Boot regelrecht über den Holzkahn sprang. Der 37-jährige Insasse starb auf der Stelle, seine 25 Jahre alte Freundin wurde vom Boot geschleudert und ertrank.

Die Deutschen fuhren den Ermittlungen zufolge weiter, legten im Hafen von Salò an und gingen in ihr Hotel. Medienberichten zufolge gaben sie bei einer Polizeibefragung an, die Kollision nicht bemerkt zu haben und höchstens von einem Stück Holz im Wasser ausgegangen zu sein. Die Münchner durften anschließend nach Deutschland fahren.

Wegen eines europäischen Haftbefehls kehrte einer der zwei dann aber zurück und stellte sich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion den italienischen Behörden am Brennerpass. Das Verfahren beginnt sofort mit der Hauptverhandlung – ein Urteil könnte relativ schnell fallen.

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