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Gutachter: Angeklagter bei tödlichem Schlag nicht betrunken

Augsburg (dpa/lby) – Im Prozess um den tödlichen Schlag gegen einen 49-Jährigen auf dem Augsburger Königsplatz hat ein Gutachter bezweifelt, dass der 17 Jahre alte Angeklagte bei der Tat alkoholbedingt vermindert steuerungsfähig gewesen ist. «Es gibt für mich keine Hinweise auf eine entsprechende Alkoholisierung, die das in den Raum stellen würde von der motorischen Leistungsfähigkeit», sagte der Rechtsmediziner am Mittwoch vor dem Landgericht in Augsburg.

Dem Jugendlichen wird vorgeworfen, den 49-jährigen Feuerwehrmann, der mit seiner Frau und einem befreundeten Paar unterwegs gewesen war, im Streit durch einen einzigen Schlag gegen den Kopf tödlich verletzt zu haben. Der Mann war binnen kurzer Zeit an einer Hirnblutung gestorben.

Der 17-Jährige, der den tödlichen Schlag zu Prozessbeginn eingeräumt hatte, hatte sich selbst als «gut angetrunken» bezeichnet. Weder die Zeugenaussagen noch die im Prozess gezeigten Überwachungsvideos von der Gewalttat hätten aber gravierende motorische Ausfälle von ihm gezeigt, sagte der Gutachter.

Zusammen mit zwei Freunden im Alter von 18 und 20 Jahren, die mit ihm auf der Anklagebank sitzen, wird dem 17-Jährigen außerdem vorgeworfen, den 50 Jahre alten zweiten Mann verprügelt zu haben. Am Donnerstag (09.00 Uhr) werden in dem Prozess die Plädoyers erwartet, auch ein Urteil könnte noch diese Woche gesprochen werden.