Im Kelten- und Römermuseum in Manching bei Ingolstadt wird der keltische Goldschatz ausgestellt., © Frank Mächler/dpa/Archiv

Raubgräber plündern archäologische Grabung in Keltenstadt

Raubgräber haben in Oberbayern möglicherweise mehr als 100 archäologische Funde entwendet. Wie das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege am Dienstag berichtete, haben die Unbekannten am vergangenen Wochenende eine staatliche Grabung bei Manching nahe Ingolstadt geplündert. Es seien illegal 140 Löcher gegraben worden. Die Aktion betrifft das Oppidum Manching, eine herausragende keltische Siedlung. «Das Oppidum Manching zählt zu den bedeutendsten Bodendenkmälern nördlich der Alpen», betont das Landesamt.

An der Stelle gräbt derzeit ein Fachunternehmen im Auftrag des Freistaats, weil dort eine Bundesstraße gebaut werden soll. Im Vorfeld solcher Arbeiten finden oftmals archäologische Grabungen statt, um Bodendenkmäler zu finden und zu dokumentieren.

Die Landesbehörde geht davon aus, dass sich die Täter auf dem Grabungsgelände mit Bodensonden auf die Suche gemacht haben. Das Grabungsunternehmen hat sofort die Polizei eingeschaltet. Es stehen laut dem Landesamt unter anderem Sachbeschädigung und Unterschlagung im Raum. Die Behörde hofft nun auf Zeugenhinweise.

Frühere Funde aus der Keltenstadt werden seit 2006 in Manching in einem Museum gezeigt. Präsentiert werden unter anderem Goldmünzen, die 1999 bei Manching entdeckt wurden. Es handelt sich um den größten keltischen Goldfund, der im vergangenen Jahrhundert aufgetaucht ist. In dem Museum werden auch römische Funde aus der Region gezeigt. Prunkstücke sind dabei zwei römische Militärschiffe, die 1986 im Manchinger Ortsteil Oberstimm gefunden wurden.