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Reiter zu Oktoberfest-Attentat: Wunden nicht verheilt

München (dpa/lby) – Vier Jahrzehnte nach dem Attentat auf das Münchner Oktoberfest mit 13 Todesopfern und mehr als 200 Verletzten sind die Wunden aus Sicht von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) noch nicht verheilt. «Jedes Jahr werden diese schmerzhaften Erinnerungen gerade an diesem Tag immer deutlich spürbar», sagte er dem «Münchner Merkur» (Donnerstagsausgabe). «Auch nach 40 Jahren sind die Wunden, die das Attentat bei den Opfern und Angehörigen hinterlassen hat, sehr schmerzhaft und nicht geheilt.»

Am Abend des 26. September 1980 hatte die Detonation von 1,39 Kilogramm TNT am Haupteingang zur Wiesn zwölf Festgäste in den Tod gerissen und mehr als 200 verletzt. Der rechtsextreme Bombenleger Gundolf Köhler kam dabei ebenfalls ums Leben. Er wollte die damalige Bundestagswahl beeinflussen – und wünschte sich einen Führerstaat nach dem Vorbild des Nationalsozialismus, wie jüngst eingestellte Ermittlungen der Bundesanwaltschaft ergaben.

«Es war und ist bis heute der schwerste Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland», sagte Reiter, der nach eigenen Angaben ganz in der Nähe war, als die Bombe explodierte und die Detonation damals hörte, der Zeitung. Zum 40. Jahrestag des Attentates habe die Stadt ursprünglich geplant, dem jährlichen Gedenken mehr Platz einzuräumen. «Wir hatten uns im Vorfeld überlegt, das Oktoberfest an diesem Tag zum Beispiel erst nach der Gedenkfeier beginnen zu lassen, um dem Gedenken eine noch größere Bedeutung zu geben.» Aber dann wurde die Wiesn wegen der Corona-Pandemie abgesagt.