© Daniel Karmann

Sorgen im Keller: «Club» will «knüppelhart» arbeiten

Nürnberg (dpa/lby) – Die Sorgen bleiben. In der Hoffnung auf eine sportlich unbeschwerte Saison hat der 1. FC Nürnberg auch unmittelbar vor der Länderspielpause seine Führungsschwäche offenbart. Die Mannschaft von Trainer Robert Klauß konnte sich im mauen Duell gegen Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf nicht aus dem Tabellenkeller befreien. Die Bilanz von nur einem Sieg nach sieben Spieltagen deutet auf eine alles andere als sorgenfreie Saison hin.

«Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen. Man hat gesehen, dass wir gegen einen guten Gegner ein ordentliches Spiel abgeliefert haben», meinte Klauß nach dem 1:1 (1:1) gegen die Fortuna auf die Frage, was ihm Mut mache, dass der «Club» nicht wie in der vergangenen Saison bis zum Ende um den Klassenerhalt bangen müsse.

«Es waren nicht so viele Highlights drin, aber wir waren stabil, wir haben in der zweiten Halbzeit gedrückt und waren dominant», befand der im Sommer von RB Leipzig gekommene frühere Assistent von Julian Nagelsmann. «Darauf stützen wir uns, und wir merken, dass die Mannschaft Fortschritte macht.»

Klauß verwies auf den Entwicklungsprozess seiner Mannschaft. «Wir sind in jedem Spiel in der Lage zu gewinnen, das ist wichtig», befand der 35-Jährige nach dem Duell der Traditionsvereine am Samstag. «Wenn wir weiter dran bleiben, selbstkritisch und sehr fleißig sind, dann werden wir solche Spiele auch gewinnen.»

Viel zu oft in dieser Saison hat der FCN aber beste Voraussetzungen wieder aus der Hand gegeben. Sechsmal in dieser Spielzeit gingen die Franken mit 1:0 in Führung – es reichte aber nur zu insgesamt einem Dreier. Seit fünf Partien sind die Nürnberger sieglos. «Wir haben nicht gegen irgendjemanden gespielt», merkte Stürmer Manuel Schäffler nach dem wechselhaften Spiel gegen die Fortuna an. Der «Club» ist aber auch nicht irgendjemand, oder?

Schäffler hatte die Hausherren in der 15. Minute mit einem umstrittenen Handelfmeter in Front geschossen. Kenan Karaman (30.) bescherte den Düsseldorfern, die in der Schlussphase dem Sieg sogar näher waren, den Ausgleich noch vor der Halbzeit. Es sei ein Spiel gewesen, «das uns Stabilität gibt, es war aber noch kein Ausschlag nach oben», befand Klauß nach dem Schlusspfiff.

Die Nürnberger müssen in der Länderspielpause auch nach einem Plan B suchen, wie sie aus eigenem Ballbesitz Kapital schlagen können. Denn da die Düsseldorfer den Gastgebern weitgehend das Kommando überließen und abwartend agierten, mussten die Franken das Spiel machen. Damit hat der «Club» jedoch Probleme.

Schlussmann Christian Mathenia forderte, dass seine Mannschaft künftig die Quote der Torchancen «noch hochfahren» müsse. Dafür solle in der Länderspielpause «knüppelhart» gearbeitet werden.

Vorstand Dieter Hecking wird solche Aussagen gerne hören. Denn der frühere «Club»-Coach war im Sommer als Funktionär mit dem Wunsch zurückgekehrt, dass der Verein eine sportlich sorgenfreie Saison spielen werde. Bislang ist das nicht der Fall, es kann ja aber noch werden.