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Rotes Kreuz schickt Helfer nach Rheinland-Pfalz

München/Neuwied (dpa) – Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) schickt weitere Hilfskräfte in die vom Hochwasser besonders betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz – unter anderem rund 40 Notfallseelsorger. Es sei wichtig, den Menschen Möglichkeiten zu bieten, über das Erlebte und Gesehene zu sprechen, sagte BRK-Sprecher Sohrab Taheri-Sohi am Montag. Neben den Notfallseelsorgern starteten am Montag rund 170 Helfer aus Oberfranken in das Katastrophengebiet, um die seit Samstag dort stationierten 170 Ehrenamtlichen aus Unterfranken abzulösen. Über die Stationierung der Notfallseelsorger hatten zuvor die «Nürnberger Nachrichten» berichtet.

Man habe vor Ort festgestellt, dass es Handlungsbedarf bei psychosozialer Notfallversorgung gebe, sagte der BRK-Sprecher. Es gebe viele Menschen, die unglaublich betroffen, tieftraurig und schockiert seien. Die seelischen Folgen seien zudem ein Aspekt, den Betroffene – im Gegensatz zu sichtbaren körperlichen Folgen – oft nicht so im Blick hätten.

Die «Einsatzkräfte der psychosozialen Notfallversorgung» seien durch Ausbildung und Lebenserfahrung in der Lage, sich in solche Situationen einzufühlen und die richtigen Worte zu finden. Die Entsendung von 40 Notfallseelsorgern sei eine Größenordnung, «wie wir sie in mindestens jüngerer Vergangenheit nicht hatten», sagte Taheri-Sohi.

Am Montag seien rund 15 Notfallseelsorger nach Neuwied in Rheinland-Pfalz gefahren, am Dienstag sollten weitere 25 folgen, sagte Taheri-Sohi. Sie sollen sich in erster Linie um Betroffene kümmern, einige sind auch für die Einsatzkräfte kümmern. «Die Betreuung von Einsatzkräften wird uns wahrscheinlich nach Einsatzende begleiten – und zwar dann für eine ganze Zeit», sagte er. Auch für Kräfte, die jahrzehntelang im Dienst seien, sei der Einsatz alles andere als Routine.

Neben dem BRK hatten auch Organisationen wie der Arbeiter-Samariter-Bund und der Malteser-Hilfsdienst Helfer nach Rheinland-Pfalz entsandt. Nach Auskunft des BRK sollen sie unter anderem die Bevölkerung versorgen und die zusammengebrochene Infrastruktur wiederherstellen. Auch in Nordrhein-Westfalen waren Rettungskräfte aus Bayern im Einsatz.

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